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Der größte Held aller Antihelden: Zum 15. Jubiläum von „Shrek“

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Der größte Held aller Antihelden: Zum 15. Jubiläum von „Shrek“

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Natürlich ist Pixar immer noch der große Innovator, der meilenweit vorauseilende Primus des Animationsfilmbetriebs. Mit „Toy Story“ gelang ein unsterbliches Trickfilmkunstwerk, das Jahr für Jahr von einem weiteren Instant-Klassiker übertroffen wurde („Das große Krabbeln“, „Toy Story 2“, „Die Monster AG“…). Doch so schön die Computeranimationen waren, so hintergründig die Storys auch sein mochten – die Filme orientierten sich mit viel Charme und einiger Intelligenz am humanistischen Disney-Ideal und waren Blockbuster vor allem für Kinder und Familien.

Als „Shrek“ aus dem von Steven Spielberg, Jeffrey Katzenberg und David Geffen gegründeten Dreamworks Filmstudio 2001 in die Kinos kam, veränderte sich die Wahrnehmung auf die Pixel-Streifen auf einen Schlag: Dieser Oger war nicht niedlich, er fluchte wie ein Kesselflicker, die Welt, in der er lebt, war schlecht und ein Witz aus tausenden von Anspielungen auf die Film- und Literaturgeschichte. Und dieser Urzeit-Unhold sah auch noch gut und lebensecht aus. Kurzum: „Shrek“ war eine freche Einladung an das erwachsene Publikum, die eigene cineastische Allgemeinbildung zu überprüfen, sich an ein paar deftigen Zoten zu erfreuen und Eddie Murphy als Phrasendresch-Schießgewehr zu erleben.

Mit ungeheurer Energie und im Grunde reichlich respektvoll zerrupfte der Animationsfilm das Märchenuniverum der Grimms und Perraults und zeigte dem Disney-Mythos mit seiner Heile-Welt-Logik gepflegt den Stinkefinger. Natürlich wird auch hier geliebt und geschmachtet – aber wer hätte vor diesem Film an eine zärtliche Romanze zwischen einem plappernden Esel und einem feuerspeienden, cholerischen Drachenweibchen gedacht? Ja, „Shrek“ katapultierte den Trickfilm in die heillos chaotische Postmoderne, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Aber es gab hier eben auch eine derart schrullige Ehrlichkeit (und Weisheiten fürs Leben), dass man sich daran kaum satt sehen konnte. Dafür gab es zurecht einen Stern auf dem Walk Of Fame in Hollywood – und leider einige Fortsetzungen zu viel.

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