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Baldwin-Verfilmung „Beale Street“: Mit Liebe gegen Rassenhass

Der Autor James Baldwin ist doch noch eine amerikanische Ikone geworden, Rassismus, Homophobie und „White Pride“ konnten seinen magischen Texten nichts anhaben. Ganz im Gegenteil, angesichts der unter Donald Trump wiedererstarkten White-Power-Bewegung wirkt Baldwins Literatur wie eine Linse, die sichtbar macht, was ist. Auf seinen vorletzten Roman, „Beale Street Blues“, der im Harlem der 70er-­Jahre spielt, trifft das besonders zu, denn die Beale Street ist überall, sie ist ­eine Metapher für den Rassenhass, der sich wie ein roter Faden bis in die Gegenwart durch die amerikanische Geschichte zieht.

Die junge Clementine „Tish“ Rivers erzählt von ihrer Liebe zu Alonzo „Fonny“ Hunt. Ihre Liebesgeschichte könnte paradiesisch sein, wären da nicht die sozialen Umstände. Denn in den Siebzigern dürfen sich weiße Rassisten als verlängerter Arm des Staates auf der Straße austoben. Hier begegnet einem ein solcher in Officer Bell, der Fonny mit dem Vorwurf, die junge Victoria Rogers vergewaltigt zu haben, in den Knast bringt. Aber der junge Schwarze hat für den Tatzeitpunkt ein Alibi. Als sich jedoch das vermeintliche Opfer nach Puerto ­Rico absetzt, steht die Aussage eines weißen Polizisten gegen die eines schwarzen Verdächtigen.

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Unschuldige Opfer – makellose Helden?

Barry Jenkins, der für „Moonlight“ 2017 den Oscar für den besten Film gewann, hat sich des Romans von Baldwin angenommen. Er greift mit warmen Farben und Jazz-Melodien dessen Rhythmus perfekt auf und lässt die junge Tish (KiKi Layne) im Wechsel von der gemeinsamen Zeit vor Fonnys (Stephan James) Festnahme und dem anschließenden Kampf ihrer Familie um seine Freilassung erzählen.

Im Roman wird die brutale Psychologie des Rassismus unablässig gespiegelt. Nach oben wird gebuckelt, nach unten getreten. Das gilt auch für die schwarzen Helden, die bei Baldwin nicht so makellos sind wie in Jenkins’ Adaption. Unschuldige Opfer bleiben sie dennoch.


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