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George Orwells düsteres Zukunftsszenario: „1984“ ausverkauft wegen Donald Trump


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Die „alternativen Fakten“ bewegen die Amerikaner offensichtlich dazu, sich mit George Orwells dystopischem Roman „1984“ zu beschäftigen. Beim Online-Händler Amazon mausert sich das 70 Jahre alte Werk zum Bestseller und ist in den USA sowohl als Taschenbuch, als auch als Hardcover ausverkauft.

In Washington hat der „Neusprech“ eine neue Heimat gefunden. „Neusprech“ – das bedeutet eine Sprache, die aus politischen Gründen verändert wurde. Erfunden hat diese Linguistik George Orwell, vor 70 Jahren in seinem Klassiker.

Eigene Sprachregeln formen hierin das Denken der Bürger. „Neusprech“ lässt keine Fakten zu, verdrängt die Wahrheit und gibt neue Formulierungen vor. Und das bringt uns zu Trump.

„Neusprech“ ist Sprachpolitik

„Neusprech“ ist Sprachpolitik. Sie verschleiert Fakten. Sie lässt den Bürger hörig werden.

Die „alternativen Fakten“ – schon jetzt Anwärter auf das Unwort des Jahres – sind „Neusprech“ par excellence. Kellyanne Conway, die Beraterin des US-Präsidenten hat „Neusprech“ wie aus dem Lehrbuch verwendet.

Sie war in die Schlagzeilen geraten, weil sie Aussagen von Trumps neuen Pressesprecher Sean Spicer zu den Zuschauerzahlen bei dessen Amtseinführung als „alternative Fakten“ verteidigt hatte. Spicer hatte das Publikum bei der Inauguration des neuen Präsidenten als „das größte, das es jemals gegeben hat“ bezeichnet – obwohl veröffentlichte Fotos eher das Gegenteil vermuten lassen würden.

Und nun scheinen viele Amerikaner Angst zu bekommen. Weil lesen bildet, greifen nun viele zu George Orwells „1984“ und informieren sich über das, was auf sie zukommen könnte. Einiges dürfte ihnen beim Lesen bekannt vorkommen.

Das hat George Orwells „1984“ mit Trump zu tun

So wie der Staat Ozeanien. Der wird von einer Einheitspartei regiert. Überwachung rund um die Uhr, auch zu Hause. Privatsphäre? Gibt es nicht. Und auch keine Fakten. Denn „Die Naturgesetze machen wir,“ sagt ein Parteimitglied. Die Partei, das ist der „Große Bruder“. Der ist überall und bestimmt über alles im Leben der Bürger.

Dann gibt es da noch das „Ministerium für Wahrheit“. Dort arbeitet der Protagonist Winston Smith. Die Partei schafft sich ganz einfach ihre eigene Wahrheit. Wer sich dem, wie die Hauptfigur im Laufe des Bestsellers, entziehen möchte, der bekommt einfach: ein wenig Folter und hinterher eine Gehirnwäsche.

Immer wieder kommt Orwells „1984“ in Mode, wenn es um Zensur, Meinungsfreiheit oder auch um mehr Überwachung geht. Ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen in Amerika und den Verkaufszahlen ist zwar auch nur lesen im Kaffeesatz. Ändern kann ein Buch freilich nichts. Zu hoffen ist es trotzdem. Was ein Buch aber leisten kann: Ein Bewusstsein schaffen und so vielleicht Schlimmeres verhindern.


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