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Berlinale 2017: Einfach tierisch überzeugend


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Vielleicht hätte man es schon beim Eröffnungsfilm ahnen können, dass es in diesem Jahr im Wettbewerb tierisch komisch, tierisch gemein und tierisch intensiv werden könnte.

Denn an der Seite des blassen Reda Kateb in der Rolle des entrückten Musikers Django ist ein kleiner Affe, der in seiner stillen Präsenz mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als der Hauptdarsteller des vorwiegend politisch ausgefallenen und von der Kritik ambivalent bewerteten Biopics von Etienne Comar.

On Body and Soul

Keine zwölf Stunden nach der Eröffnung des Festivals sind es wieder Tiere, die wesentlich zum Gelingen des Wettbewerbsbeitrags „On Body and Soul“. Die ungarische Kultregisseurin Ildikó Enyedi erzählt darin von einer zarten Liebe in einer rauen Umgebung. Der körperlich beeinträchtige Endre und die psychisch angeschlagene Mária lernen sich in einem Schlachthaus in Budapest kennen. Den fotorealistischen Eindrücken der blutrünstigen Tötens stellt Enyedis Kameramann Máté Herbai fast märchenhafte Impressionen gegenüber, in denen sich zwei Hirsche in einem verschneiten Wald beschnuppern.

Die Annäherung, die Endre und Mária unter den Kollegen nur schwer gelingt, gelingt ihnen im Schlaf. Denn sie träumen synchron von der Annäherung der beiden Tiere, aber auch vom gegenseitigen Verlust. Man kann diese naturalistische Allegorie als Weltflucht deuten oder aber als konzentrierte gesellschaftliche Anordnung, die die Verletzlichkeit und Sensibilität der beiden Akteure in einer Gesellschaft verdeutlicht, in der es keinen Platz für sie gibt.

Pokot

Die polnische Regieikone Agnieszka Holland verortet ihre Geschichte inmitten der Wildnis. Unzählige Rehe, Füchse und Wildschweine ziehen durch die tiefgrünen Wälder im tschechisch-polnischen Grenzgebiet, weshalb die Jagd in der Region eine fest verankerte Tradition ist. Dem stellt sich die naturverbundene Duszejko entgegen. Der Mord an Tieren ist für sie ein Verbrechen wie der Mord an einem Menschen, weshalb sie energisch gegen die lokalen Jäger und Wilderer vorgeht. Bei den Behörden stößt sie auf taube Ohren, Unterstützung findet sie bei denen, die in der hier regierenden Schießgesellschaft keinen Platz finden. Als mit dem animalischen Bodycount plötzlich auch der humane steigt, beginnen sich auch die Behörden für die seltsamen Ereignisse im Wald zu interessieren.



George Michael: 10 Song-Geheimtipps, die man kennen muss

George Michael hinterlässt viele unveröffentlichte Lieder. ROLLING STONE stellt einige vor, die im Netz kursieren – dazu Songs, die auf Compilations oder als Standalone-Aufnahme ein eher unbeachtetes Dasein fristen. 1. Maybe It's Not Your Time Das "Trojan Souls"-Projekt ging George Michael nach "Listen Without Prejudice Vol. I" von 1990 an. Der Sänger, dem immer mehr an ein Verschwinden von der Bildoberfläche gelegen war, hatte nun folgendes Ziel: Als Songwriter einen gewichtigen Fußabduck hinterlassen, in dem er anderen Künstlern Lieder gibt, und er als Duettpartner unauffällig mit einspringt. Daher das "Einschleichende mit anschließendem Kuckuck" wie im Plattentitel. Janet Jackson wäre darunter…
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