Neunte Kunst - exklusiver Einblick



Comic-Reihe „Omaha“: Sexy Cat Content


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„Omaha“ von Reed Waller und Kate Worley begründete einstmals den mittlerweile wieder hochsiedenden Trend zu „Furry Comics“ und unterfütterte ihn mit deftiger Erotik. Hier haben Katzen Geschlechtsverkehr, und das nicht zu knapp. Die Darstellung ist konsequent pornographisch, wenn auch in der Ausstufung über die Jahre der Entstehung unterschiedlich explizit.

Sittenwächter liefen Sturm gegen die Geschichte eines Models namens Susan „Susie“ Jensen, die sich zur Stiptease-Tänzerin „Omaha“ mausert. Ein in der Stadt erlassenes Gesetz gegen Obszönitäten steht dem aber entgegen und lässt die unerschrockene, verführerisch auftretende Katzendame zunächst arbeitslos werden, bevor sie in einen Geheimclub und zwischen die Fronten einiger (geld-)geiler Kater gerät. Immer wieder muss sich die Heldin mit Moralaposteln auseinandersetzen, sie erlebt den Aufstieg der Peep-Shows  und den Zerfall (und Neubeginn) ihrer liberalen Szene und kämpft mit aufdringlichen Lovern.

„Omaha“ hat eine ziemlich bewegte Veröffentlichungs- und Rezeptionsgeschichte. Die ersten Strips entstanden bereits 1978, von 1983 bis 1993 erschienen längere Geschichten unter dem Titel „Omaha The Cat Dancer“. 1995 wurden sie wiederaufgelegt und brachten neue Aufmerksamkeit für die Reihe. Erst 2006 erschienen die letzten Teile in einem Sammelband. Nun die Wiederentdeckung in Deutschland im Verlag Schreiber&Leser: Inzwischen gibt es vier Bände, die das gesamte Werk abbilden. Band 4 ist vor kurzem herausgekommen.

Die weibliche Antwort auf „Fritz The Cat“?

Der für heutige Maßstäbe etwas graumelierte feministische Anspruch ist in „Omaha“ vor allem die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Die Geschichten pendeln zwischen Slapstick und Thriller, münden oft in den lauwarmen Gewässern einer Seifenoper. Viele Love-Mangas tendieren in eine ähnliche Richtung, verschweigen aber gerne die Abgründe gesellschaftlicher Verhältnisse, die dem Glück der Protagonisten im Weg stehen. Nicht so „Omaha“.


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Apropos Katzen: Viel eint „Omaha“ nicht mit Robert Crumbs zynischem, verschlagenem „Fritz The Cat“. Stattdessen geht es hier vor allem um Zusammenhalt und eine Erzählhaltung, die Leserin und Leser mit Wärme empfängt. Auch der Sex ist hier in der Regel einfach das, was Liebende oder Lustsuchende eben tun, um glücklich zu bleiben: mal gewitzt, mal leidenschaftlich, nicht selten auch mal öde. Dennoch teilen Worley und Waller die Vorstellung Crumbs, mit allen Mitteln gegen Prüderie und normative Grenzen anzukämpfen. Deshalb ist „Omaha“ zurecht inzwischen ein Klassiker des erotischen Comics.

ROLLING STONE zeigt einen Ausschnitt aus Band 4 von „Omaha“

Alle Bilder: Schreiber&Leser