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RS-Story

Das bizarre Ringen um den musikalischen Nachlass von Prince

Kaum hatte Prince den Vertrag unterschrieben, machte er sich an die Arbeit. Dass er nun nicht nur den Soundtrack für „Purple Rain“ liefern würde, sondern auch die Hauptrolle im Film übernehmen sollte, löste bei ihm einen produktiven Rausch aus. Noch vor Beginn der Dreharbeiten hatte Prince mehr als hundert Songs zu Papier gebracht – und er nahm das neue Material auch in einem atemberaubenden Tempo auf. Ob er im hauseigenen Studio arbeitete oder die Songs vor Publikum testete (wie immer im First Avenue in Minneapolis): Im Lauf der nächsten neun Monate ließ er die Bänder praktisch ständig mitlaufen. „Die Proben dauerten sechs Monate“, erinnert sich die Gitarristin Wendy Melvoin, „und er schnitt absolut alles mit.“ Doch nur neun Songs kamen auf den Soundtrack – und das un­veröffentlichte Material beschäftigt seit nunmehr 33 Jahren die Fantasie der Prince-Gemeinde.

Jetzt wird der Vorhang gelüftet: Die vier CDs der erweiterten „Pur­ple Rain“-Edition beinhalten Alternativ­versionen und B‑Seiten sowie ­eine DVD mit einem Konzert vom März 1985, als The Revolution in Syra­cuse/New York auftraten und mit einer 20-minütigen Version von „Purple Rain“ glänzten. Die Sensa­tion aber ist die CD mit Outtakes: Einige davon – die komplette Fassung von „Father’s Song“, die Studioversion von „Electric Intercourse“ – sind zum ersten Mal zu hören. Überhaupt ist es ist die erste Veröffentlichung von Material, das in den Tresoren des Paisley Park schlummert. Glaubt man den Nachlassverwaltern, warten dort noch „Abertausende“ Bänder auf Sichtung und Veröffentlichung. 2014 verriet Prince dem ROLLING STONE, dass dort komplette Alben mit The Revolution, The Time und Vanity 6 lagern. „Ich habe den Plattenfirmen auch nicht immer die besten Songs überlassen“, behauptete er.

Unklare Rechtsposition

Der große Rest seines umfangreichen Musikkatalogs allerdings wird von einem juristischen Tohuwabohu blockiert, das seit seinem Tod noch zugenommen hat. Im Februar dieses Jahres zahlte Universal Music 30 Millionen Dollar, um die Prince-Aufnahmen vertreiben zu können, die er 1986 nach Auslaufen seines Warner-Vertrags produziert hatte. (Obwohl im bitteren Streit gegangen, kehrte Prince 2014 noch einmal zu Warner zurück.) Ebenso vielversprechend klang die Ankündigung, dass man „die US-Rechte an den klassischen Prince-Alben aus den Jahren zwischen 1979 und 1995 erworben“ ­habe. Der Deal beinhalte zudem unveröffentlichtes Material. Doch ist dieser Deal inzwischen Makulatur. Die Teile seines Katalogs, die vor 1996 entstanden, seien bis 2021 blockiert – was den gesamten Deal für Universal unattraktiv machte. Auf Ankündigungen ­wei­terer Archivveröffentlichungen ­wurde verzichtet, da die rechtliche Ausgangs­position (an welchen Aufnahmen hat Warner überhaupt Rechte, und bis zu welchem Zeitpunkt?) unklar ist.



Prince: Legendäres „Purple Rain“-Konzert drei Tage lang auf YouTube sehen

Die Nachlassverwalter von Prince haben einen weiteren Leckerbissen für Fans an der Angel: „Prince and the Revolution: Live“. Das Konzert, das am 30. März 1985 im Carrier Dome in Syracuse, New York, aufgezeichnet wurde, war der erste mitgefilmte Gig, den Prince offiziell als Fernsehübertragung zuließ und auf VHS veröffentlichen ließ. Zu sehen war der Auftritt seinerzeit übrigens im WDR. Nun ist der Konzertfilm gemeinsam mit der Pre-Show zum ersten Mal digital als Stream zu sehen - drei Tage am Stück bei YouTube (ab Donnerstag, 14. Mai). Das Set gilt als eines der besten in der Karriere von Prince. https://www.youtube.com/watch?v=KRa8ZH_iOXo&feature=emb_title Revolution-Schlagzeuger…
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