Freiwillige Filmkontrolle


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Prince – „Batman“


von

Auf den ersten Blick schien sich das egozentrische Genie als Söldner zu verdin­gen: Um das durch teure Tourneen gebeu­telte Konto aufzufüllen, nahm Prince erstmals eine Auftragsarbeit an, für den garantierten Blockbuster „Batman“.

Er erklärte sich also bereit, Songs über Comicfiguren und Lebenswelten zu schreiben, in denen er nicht zu Hause war. In Wirklichkeit ist der Soundtrack seine erste subversive Platte: Das dem Helden Batman zugeschriebene „The Future“ ist die verklausulierte Verarbeitung eigener missglückter Drogenerfahrungen.

Höhnischer Gruß an verlorengegangene Fans

Und „Batdance“ seine rebel­lischste Single: ohne Strophe­-Refrain-­Struktur, di­vidiert durch zwei brutale Rhythmuswechsel, mit drei Metal­-Gitarrensoli, Filmdialog­-Samples sowie einer Verballhornung der Ende der Achtziger do­minierenden elektronischen Dance Music: „Let me stick the 7­inch in the computer, haha!“


zum Beitrag auf YouTube


„Batdance“ erreichte Platz 1 in den US-Charts – ein höhnischer Gruß an die Hörer, die ihm in den Jahren zuvor in Scharen davongelaufen waren.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.


Chris Cornell: John-Lennon-Cover „Watching The Wheels“

Soundgarden-Sänger Chris Cornell wählte etwa ein Jahr vor seinem Tod zehn Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus, die ihn im Laufe seines Lebens besonders geprägt haben. Mit der Intention, Musikgrößen wie John Lennon, Janis Joplin, Harry Nilsson, Electric Light Orchestra oder Prince zu ehren, ging er 2016 ins Studio und nahm eine ganze Platte von Cover-Versionen seiner Lieblings-Hits auf. Nachdem seine Familie dieses Album nun nach seinem Tod veröffentlichen wird, gibt es jetzt auch das Lyric-Video zu seiner Cover-Version von John Lennons „Watching The Wheels“. Private Einblicke in Chris Cornells Leben Immer wieder fädeln sich private Fotos in die Bildershow des Videos ein. So sieht…
Weiterlesen
Zur Startseite