Die 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten – Platz 4: Neil Peart (Rush)


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04. Neil Peart (Rush)

Als Neil Peart 1974 zum ersten Mal für Rush vorspielte, hörten seine zukünftigen Bandkollegen in ihm die Chance, endlich ihrem unsterblichen Fan-Sein für The Who Folge zu leisten. „Wir waren alle mächtig beeindruckt von Neils Schlagzeugspiel“, erinnert sich Gitarrist Alex Lifeson in einem Interview mit dem amerikanischen ROLLING STONE. „Es war ziemlich „Keith-Moon-artig, sehr lebendig, wie er so mit voller Wucht auf seine Trommeln einschlug.“

Ironischerweise entpuppte sich aber Pearts Hinterlassenschaft, wie im Rock-Schlagzeug gespielt wird, als das komplette Gegenteil von Moons Beitrag: Das Genre hatte nie ein präziseres und geradezu akribisch geformtes Percussion-Spiel zu sehen bekommen. Mitte bis Ende der Siebzigerjahre, im Höhepunkt seiner High-Prog-Bestrebungen, offenbarte sich Neil Peart nicht nur als ein begeisterter Handwerker sondern auch als ungemein ambitionierter Künstler – Vorzüge, die sich auch in seinem sagenhaften Songwriting bemerkbar machten – und nutzte esoterische Elemente wie ein Glockenspiel, Klangholz oder Timpano, um besonders seinem Barockstil in Songs wie „Xanadu“ und „The Trees“ mehr Fülle zu verleihen.

In den Achtziger Jahren entwickelte sich der Sound der Band weiter und orientierte sich eher am Pop. Auch Pearts Schlagzeugspiel passte sich der sich wandelnden Zeit an: Er begann auf sehr geschmackvolle Art und Weise elektronische Percussion mit einzubinden und suchte weiter nach Inspiration bei Mainstream-Pionieren wie Stewart Copeland.

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In den letzten Veröffentlichungen von Rush, darunter auch das Album „Clockwork Angels“ von 2012, wurde von Pearts besten Aufnahmen Gebrauch gemacht: Eine überwältigende Einheit aus Intelligenz und Muskelkraft. In der Zwischenzeit ist Peart selbst, abgesehen von der Tatsache, dass er sich kürzlich erst zu Ruhe gesetzt hat, der wohlmöglich am meisten verehrte Schlagzeuger aller Zeiten, gefeiert und berühmt als Erfinder der großartigen Set-Piece-Soli.

Neil Peart – live: