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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress
Highlight: Die besten Gitarristen aller Zeiten: Keith Richards

Die 50 besten Alben des Jahres 2018

20. Sun Kil Moon: „This Is My Dinner“

Neue Einblicke in die Tagebücher des zurzeit interessantesten und originellsten Lieddichters. In der ersten Jahreshälfte erschien ein lyrisches Solowerk ohne Titel, im November ein neues Album seines Bandprojekts Sun Kil Moon, das großenteils auf der Europa­tour 2017 entstand und auch davon berichtet. Schlagzeuger Jim White und Pianist Ben Boye, mit denen er im vergangenen Jahr sein bisher bestes Album dieser so spannenden Karrierephase machte, sind dabei und bereiten Kozeleks Kaskaden ein ­jazziges ­Federbett. MB
Bester Song: „This Is My Dinner“

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19. Stephen Malkmus & The Jicks: „Sparkle Hard“

Kooperation

Wie oft wurde schon der Tod des Indie-­Rock herbeigeschrieben? Stephen Malk­mus entlockt das höchstens ein kurzes Gähnen. Auf „Sparkle Hard“ schlittert er provozierend lässig durch seinen Slacker-Kosmos – als wären die Hipster von heute nur verkrampfte Ehrgeizlinge –, er verwebt Kammer­pop mit Krautrock („Solid Silk“), wankt mit Kim Gordon durch ein countryeskes Duett („Refute“), schwingt sich zu Prog-­Exkursionen auf („Kite“) und radelt mit sarkastischer Beiläufigkeit durch eine aus allen sozialen Fugen geratene ­Gesellschaft („­Bike Lane“). MG
Bester Song: „Kite“

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18. Tocotronic: „Die Unendlichkeit“

Alles will einfacher sein auf diesem elften Album von Tocotronic, unmittelbarer, direkt. Es gibt keine dialektischen Diskursspiele mehr. Stattdessen singt Dirk von Lowtzow über sein Leben, über Kindheit, Lehr- und Wander­jahre, über Trauer und Verlust und eine glückliche Liebe. ­Dazu gibt es Dub-Echos, Farfisa-Orgeln und Mellotron-­Klänge, aber auch das wüsteste Feedback-­Gefiepe seit Langem. Mit „Die Unendlichkeit“ hat die post­romantische Phase von Tocotronic eingeläutet, ein Werk, das unendlich viele Möglichkeiten eröffnet. JB
Bester Song: „Bis uns das Licht vertreibt“

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17. Courtney Barnett: „Tell Me How You Really Feel“

 

Das lustige Slacker-Storytelling und den rauen Charme der ersten EPs und des Debüts hat Courtney Barnett hinter sich gelassen. „Tell Me How You Real­ly Feel“ ist eine dunkle Reflexion über den Preis des Ruhms und den Verlust der Unschuld – irgendwo zwischen Joni Mitchells „Court And Spark“ und Nirvanas „In Utero“, aber mit dem Pop-­Appeal des mittleren Stephen Malkmus. Ihre volle Kraft entfalten diese Lieder allerdings erst auf den Bühnen dieser Welt. Unter den jungen Gitarristen ist Courtney Barnett die ­mitreißendste. MB
Bester Song: „Sunday Roast“

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16. Julia Holter: „Aviary“

Nach dem verhältnismäßig leicht gou­tierbaren „Have You In My Wilderness“ (2015) zieht sich Holter wieder ins Enigmatische zurück, bleibt aber bei allem avantgardistischen Hokuspokus erstaunlich zugänglich. „Aviary“ ist eines dieser Alben, die erst in der Zukunft ihren Platz finden, weil ihnen in der Gegenwart nur die Rolle des exotischen Sonderlings beschieden ist. Tatsächlich lässt sich das überwältigende Opus kaum fassen, das irgendwo zwischen Alice Coltrane und Orlando di Lasso, Roxy Music und Björk einen neuen Ort erschließt. MG
Bester Song: „I Shall Love 2“

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15. Die Nerven: „Fake“

Das Stuttgarter Trio hat dem alten Recken Post-Punk zu einer unverhofften Frischzellenkur verholfen. „­Fake“ demonstriert, wie das heute noch gehen kann, das Politisch-­Sein, ­ohne sich mit anachronistischen Agitprop-­Gesten oder wohlfeilen Statements zu blamieren. Stücke wie „Neue Wellen“, „Niemals“, „Alles falsch“ und „Skandina­visches Design“ stemmen sich vehement gegen die Gleichgültigkeit der Moderne und das neue Biedermeier unter der Kuppel unserer durchökonomisierten Welt. Die ­Dystopie, wir leben längst in ihr. MG
Bester Song: „Niemals“

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14. Georgia Ann Muldrow: „Overload“

Die wärmste und wandlungsreichste Soul-Stimme der Gegenwart gehört dieser Sängerin aus Los Angeles. „Overload“ wurzelt tief im traditionellen Gospel und ist zugleich weit offen für die musikalische Zukunft. Der Breakbeat-Jazz-Virtuose Flying Lotus hat als Executive Producer gewirkt. So erheben sich die zart barmenden und zornig aufbegehrenden Gesänge von Georgia Anne Muldrow über splittrigen Rhythmen und flirrenden Chören, sie beschwört die Weisheit der Liebe und die nicht endende Wut auf die Welt. JB
Bester Song: „Blam“

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13. Neneh Cherry: „Broken Politics“

Großbritanniens vielleicht seelenvollste Stimme benennt, was Politik zerstört und was Politik heilen könnte. Nicht der Brexit ist ihr zentrales Thema, sondern unser Umgang mit Mi­granten. In dem düster pulsierenden „Kong“ geht es um die Trostlosigkeit der Flüchtlingslager und den empathielosen Nationalismus, der Europa heimsucht. Ähnlich klar und musikalisch reduziert ihre Anklage gegen die Waffenlobby, „Shot Gun Shack“, während „Natural Skin Deep“ mit dem herrlichsten Steel-Drum-Rhythmus ­bewegt: „My love goes on and on.“ SZ
Bester Song: „Natural Skin Deep“

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12. Janelle Monáe: „Dirty Computer“

Die Roboterfrau ist ein Mensch geworden. Auf ihrem dritten Album, „Dirty Computer“, schlüpft Janelle Monáe aus der gewohnten Rolle des Androiden und singt über ihr Leben und ihre Familie – und über Ausbeutung und Rassismus. Ihren Zorn hat sie in kraftvoll groovende, stolze Songs übersetzt, die den Kontakt zur aktuellen Tanzmusik suchen, zu den rhythmisch verwinkelten Konstrukten des Post-R&B und zu den schweren, körpererschütternden Bässen des Trap. Und immer wieder hört man das Erbe ihres großen ­Mentors Prince. JB
Bester Song: „Make Me Feel“

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11. Prince: „Piano And A Microphone 1983“

35 Jahre alte Aufnahmen unter den besten Platten des Jahres 2018? Bei Prince sei das erlaubt: Diese bisher unveröffentlichte Klaviersession ist immerhin ein Dokument seines ­Genies, mit Gebet („Mary Don’t You Weep“), Groteske („Cold Coffee & Cocaine“) und Drama („Wednesday“). Auch diente das Spiel der Reflektion: 1983 war das Jahr, in dem er den Welt­erfolg „Pur­ple Rain“ plante. Dies ist eine alternative „Greatest Hits“, wie aus der hohlen Hand, 40 Jahre nach dem Debüt. Prince verbessert seine Disko­grafie noch im Tod. SN
Bester Song: „Mary Don’t You Weep“

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Plätze 10 bis 1:


1969: Led Zeppelin veröffentlichen ihr Debüt – und ROLLING STONE verreißt es

"Sie legen es darauf an, ihr beachtliches Talent für unwürdiges Material zu verschwenden". An "Led Zeppelin I", dem Debüt vom Led Zeppelin, ließ unser Kollege vom US-ROLLING-STONE, John Mendelsohn, kein gutes Haar. Mendelsohn rezensierte die Platte im März 1969, zwei Monate nach dessen Erscheinen. Hier „Led Zeppelin I“ bestellen[/amazon02 Limitiert, schwache Songs "Formelhaft" sei allein schon die Zusammensetzung der Band: ein exzellenter, aber unterverkaufter Gitarrist treffe auf einen "hübschen" Sänger mit "Soul-Röhre", leidlich kompetent sei die Rhythmus-Sektion; Schlagzeuger John Bonham dresche schließlich "bei jedem Beat" aufs Becken ein. Musikkritiker Mendelsohn drischt aber vor allem auf Gitarrist Jimmy Page ein: "Leider…
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