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Rolling Stone Playlist: 10 spirituelle Songs


von

 

01 JONI MITCHELL: „Refuge Of The Roads“, 1976

„I met a friend of spirit
He drank and womanized
And I sat before his sanity
I was holding back from crying
He saw my complications
And he mirrored me back simplified
And we laughed how our perfection
Would always be denied
,Heart and humor and humility‘
He said ‚Will lighten up your heavy load‘
I left him for the refuge of the roads.“
Nachdem sie den Tibeter Chögyam Trungpa besucht hatte, schrieb Joni Mitchell diesen Song, der aufs Schönste beschreibt, warum Weisheitslehrer überhaupt nicht unfehlbar sein müssen, um anderen zu helfen.

02 TOM LIWA: „Mr. Gurdjieff“, 2021

„Wir haben Löcher im Garten gegraben und wieder zugeschüttet
Und in den Welten unserer Psychogerüste zwei, drei Risse gekittet
Und alles wurde leicht, als ich dabei zusah, wie mein Ego dann starb
Ich wollt’s dir erzählen, doch es ging nicht, weil es Handys noch nicht gab.“
Nachträglich zum 155. Geburtstag des Dichters und Denkers (und Komponisten und Choreografen) Georges I. Gurdjieff drehen sich Tom Liwas Glückwünsche um die Frage, wie wir mit dem Leben klarkommen. Mit dem Vierten Weg hat Gurdjieff ein spirituelles System entworfen, durch das der Mensch sein ganzes Potenzial entfalten sollte – im Alltag, nicht im Kloster, Ashram oder auf einem Berg. Könnte heutzutage auch noch ganz nützlich sein, zumindest mal drüber nachzudenken.

03 DAEVID ALLEN: „Wise Man In Your Heart“, 1976

„He told me he would teach me everything I tried to know
He made me see that you and me are dreamers in a show
And when the days were darkest then
He lit them with his moon
And then we crossed the rainbow bridge
And we came back too soon.“
Der Gong-Zauberer hat erkannt, welchem weisen Mann wir folgen sollten: dem in unserem Herzen (und das gilt sicher auch für weise Frauen).

04 THE INCREDIBLE STRING BAND: „A Very Cellular Song“, 1968

„May the long-time sun shine upon you, all love surround you
And the pure light within you guide you all the way on.“
Viele denken, das Mantra stamme von Kundalini-Meister Yogi Bhajan selbst, tatsächlich hat es Mike Heron geschrieben. Yogi Bhajan gefiel diese Passage des „Very Cellular Song“ einfach so gut, dass er es gern am Ende seiner Yoga-Stunden singen ließ.

05 R.E.M.: „Parakeet“, 1998

„Open your window
And lift into a dream.“
Buddhas, Eukalyptus, Koriander, Lakritze: Michael Stipes Assoziationen fliegen wieder in alle möglichen Richtungen und helfen beim Atmen.

06 BOB GELDOF: „The End Of The World“, 1990

„Nostradamus and Jesus and Buddha and me
We said it was coming
Now just wait and see.“
Der Humor von Bob Geldof wurde schon immer unterschätzt. Hier annonciert er das Ende der Welt, irgendwann zwischen jetzt und mittags, und stellt sich frech in eine Reihe mit den größten Propheten. Natürlich lauert dahinter eine ernste Botschaft: Wir halten die Schöpfung für selbstverständlich und werden das bereuen. „There’s nothing more useless than a car that won’t start/ But it’s even more useless at the end of the world.“

07 DAVID BOWIE: „Silly Boy Blue“, 1967

„Mountains of Lhasa are feeling the rain
People are walking the Potala lanes
Preacher takes the school
One boy breaks a rule.“
Bowie hatte sich schon länger für Tibet und den Buddhismus interessiert, als er diesen Song schrieb. Ihn beschäftigte die aktuelle Situation ebenso wie die Vorstellung von Reinkarnation und einem anderen Bewusstsein. Der westliche, materialistische Weg, sagte er damals, sei einfach falsch.

08 PATTI SMITH: „1959“, 1997

„China was a tempest and madness overflowed
The Lama was a young man and watched his world in flames
Taking glory down by the edge of clouds
It was a crying shame.“
Es war die beste Zeit, es war die schlechteste Zeit, singt Patti Smith über das Jahr 1959. Auch sie hat sich bei ihrer lebenslangen spirituellen Suche besonders für den Buddhismus und den Dalai Lama als Hoffnungsträger interessiert, sang später (2014) allerdings auch für den Papst. Eine interessante Wendung für eine Frau, deren erster Satz auf einem Album „Jesus died for someone’s sins, but not mine“ war.

09 U2 & A. R. RAHMAN: „Ahimsa“, 2019

„This is an invitation to a high location
For someone who wants to belong
This is a meditation on your radio station
If you like it you can sing along.“
U2 freuten sich so, dass sie 2019 erstmals in Indien auftreten durften, dass sie mit dem Komponisten und Sänger Allah Rakha Rahman einen Song aufnahmen – „Ahimsa“ ist Sanskrit und bedeutet „Gewaltlosigkeit“. Rahmans Töchter, Khatija und Raheema, singen die Zeilen aus dem „Tirukkural“, einem tamilischen Lehrgedicht.

10 LEONARD COHEN: „Anthem“, 1992

„Ring the bells that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack, a crack in everything
That’s how the light gets in.“
Es gibt noch so viele erhellende Lieder über Suche und Sinn, über Leben und Sterben. Die entscheidende spirituelle Erkenntnis hat Leonard Cohen in vier einfache Zeilen gepackt: All das Kämpfen und Streben nach mehr lassen. Annehmen, was ist.

 

Text und Inhalt der Playlists wurden aus der aktuellen April-Ausgabe des Rolling Stone entnommen. 


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