Ende eine Ära: Das Label EMI wird zerschlagen


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80 Jahre alt ist die britische Electric and Musical Industries Ltd diesen März geworden – und somit das älteste noch existierende Plattenlabel. Mit den Beatles trat die Firma in den 60er Jahren ihren Eroberungsfeldzug an und führte ihn in den 70er Jahren mit Pink Floyd, Deep Purple und Kate Bush fort.

Nun wurde vergangenen Samstag, am 12. November, der Verkauf des Unternehmens an Universal und Sony beschlossen. Die Vivendi-Tochter Universal übernimmt das Musikgeschäft des Konzerns für 1,4 Milliarden Euro, die japanische Firma Sony erstand das zweite Standbein, den Musikverlag, für 1,6 Milliarden Euro. Noch müssen diese Einkäufe vom Kartellamt erlaubt werden, doch es sieht so aus, als sei dies kein Problem.

Mit dem Verkauf der EMI neigt sich ein Stück Musikgeschichte dem Ende zu. Gegründet wurde das Label im März 1931 nach einem Zusammenschluss von UK Columbia Records und Gramophone Company/HMV. Noch im selbem Jahr eröffnete die neue Firma die Abbey Road Studios, in denen man in den 30er Jahren vor allem das London Symphony Orchestra aufgenommen hatte. Cliff Richards, die Beatles und Pink Floyd machten das Unternehmen zur größten Plattenfirma der Welt – bis es dann schließlich von Branchenprimus Universal und der Sony überholt wurde.

In den 00er Jahren begann es schließlich zu bröckeln beim einstigen Labelgiganten EMI. So machte das Label 2008 1,2 Milliarden US-Dollar Verlust, die Los Angeles Times berichtete, dass – trotz Acts wie Coldplay und die Gorillaz – neun von zehn EMI-Künstler sich nicht rentierten und keinen Profit erbrachten. Der ehemalige Geschäftsführer Guy Hands zog die Notbremse und wollte 2010 sogar die Abbey Road Studios verkaufen. Diese wurden dann aber vom britischen Kultusministerium unter Denkmalschutz gestellt.

So suchte die EMI seit Februar 2011 Käufern für das Label. Nun sind sie also gefunden worden: Universal und Sony teilen sich die Rechte. Und beenden so die Ära EMI.