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Noel Gallagher: Amüsante Schelte für dröges Fan-Geschenk

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Noel Gallagher: Amüsante Schelte für dröges Fan-Geschenk

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Der Freitagabend beim „A Summer’s Tale“-Festival endet mit einem Auftritt von Noel Gallagher‘s High Flying Birds, die als Headliner alte und neue Britpop-Songs im Gepäck haben. Mitsing-Refrains und Klassiker wie „Champagne Supernova“ sorgen trotz des anhaltenden Nieselregens für Stimmung. Noel redet nicht gern, aber als ein Zuschauer aus den ersten Reihen dem Musiker eine mit Blumen geschmückte CD zuwirft, kann er sich ein paar Spitzen nicht verkneifen.

„Blumen sind scheiße! Sie sind tot! Ich bekomme das Ding auch gar nicht auf“, raunzt Noel von der Bühne, während das Publikum den Teilzeit-Stand-up-Comedian feiert. „Wie heißt eure Band? Tent Connection? Was für ein beschissener Name!“ Die CD landet achtlos neben dem Mikrofonständer – nach dem Show-Finale mit „Don’t Look Back in Anger“ nimmt Noel das Fan-Geschenk aber doch noch mit.

Neben Stücken von seinen beiden bisherigen Soloalben wie etwa „The Heat of the Moment“ und „The Death of You and Me“, beglückt Noel die durchnässten Fans auch mit weiteren Oasis-Klassikern wie „The Masterplan“ und „Wonderwall“.

Sodomie-Witze mit Oliver Polak

Bereits am Nachmittag tritt Oliver Polak, der einzige jüdische Comedian Deutschlands,  im „Grünen Salon“ auf. Jede Menge Zuschauer haben sich auf dem normalerweise als Vielseitigkeitsplatz genutzten Stück Wiese versammelt. Es hat aufgehört zu regnen und auf Decken ausgebreitet wartet das Publikum auf den Meister der geschmackvollsten geschmacklosen Witze.

Die (für diesen Humor etwas zu jungen) Kinder bindet der „jüdische Patient“ sofort in seinen Auftritt ein. Und während er über Sodomie, Vergewaltigung und Depressionen witzelt, fragt sich der ein oder andere noch „Darf er das?“. Nach einem Feuerwerk an grenzwertigen bis großartigen Witzen verliert sein Auftritt jedoch an Fahrt, als er mehrfach eigene Texte vorliest, aber nicht geübt vorträgt: Seine Kolumne in der Zeitung „WELT“ oder Zuschauerbriefe vom „Quatsch Comedy Club“. An der mäßigen Laune kann auch der Sonnenschein und die 18 Grad, die sich nach der Kälte der vergangenen Tage wie Sommer anfühlen, nicht mehr viel ändern.

Schillernder Nonens mit Funny van Dannen

Als letzter Freitags-Act im Zelt betritt Funny van Dannen dann die Bühne. Dort merkt man: Seine Fans sind eine eingeschworene Gemeinde, die selbst seinen pragmatisch durchgeführten Soundcheck feiert. Als der 58-Jährige dann erneut mit Gitarre die Bühne betritt und seine Noten aus dem alten, braunen Koffer kramt, ist er blendend gelaunt. Mit einer Mischung aus Witz und Melancholie singt er Lieder wie „Latente Homosexualität“, „Schilddrüsenunterfunktion oder „Frozen Yoghurt“.

Ernst oder Ironie? Klar beantwortet wird diese Frage bei Funny van Dannens Texten nie. Auch auf dem „A Summer`s Tale“ bleibt es dem Zuschauer selbst überlassen, sich für eine persönliche Lesart der Texte zu entscheiden.

Dabei hat der Künstler stets ein sicheres Händchen für Melodien – das Publikum erweist sich gerade bei massentauglichen Hits wie „Nana Mouskouri“ als textsicher. So wird der Auftritt von Funny van Dannen auf dem „A Summer’s Tale“ zu einem Abend voller Nonsens, mit ein wenig Philosophie und jeder Menge Poesie.

Das „A Summer’s Tale“-Festival läuft noch bis Samstag, 13. August mit Acts wie Adam Green, Olli Schulz & Band und Parov Stelar.

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