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Feine Sahne Fischfilet über das Bauhaus Dessau: „peinlich, erbärmlich“


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In einem Interview spricht der Sänger von Feine Sahne Fischfilet, Jan Gorkow, über seine Enttäuschung nach der Verkündung des Bauhauses Dessau, seiner Band keine Bühne zur 100-Jahr-Feier der Institution zu bieten.

„Wir fanden das Statement vom Bauhaus sehr erbärmlich“, sagte Gorkow der „Stuttgarter Zeitung“. „Wir haben uns dann aber auf uns selbst konzentriert und haben mit den coolen Leute vor Ort dann einfach ein eigenes Ding aufgezogen, unser Konzert im Dessauer Brauhaus.“

„Pressesprecherin ist das Bauernopfer“

Blick auf das Bauhaus Dessau

Auch die Freistellung der Pressesprecherin des Bauhauses, der intern misslungene Kommunikation vorgeworfen wird, bringt den Musiker in Rage. „Ich finde, dass alles, was das Bauhaus Dessau von Anfang an gemacht hat, peinlich ist. Da reiht sich für mich die Entlassung der Pressesprecherin, die für mich ein Bauernopfer ist, einfach ein.“ Generell hätte Gorkow sich mehr Courage des Hauses gewünscht: „Wenn das Bauhaus es ernst meinen würde, hätten sie uns nochmals eingeladen und wären nicht einfach vor den Nazis eingeknickt. Jetzt Alibis zu suchen empfinde ich dem Bauhaus unwürdig.“

Er fürchtet nun, dass sich nach der starken Kritik von CDU und AfD, die Einfluss auf die Bauhaus-Absage gehabt haben dürfte, das politische Klima weiter wandeln wird: „Dass die CDU immer weiter mit der AfD paktieren wird und dass sich ganz offensichtlich organisierte, militante Neonazis mit der AfD und der CDU in Dessau gegenseitig bespielt haben und es geschafft haben, so eine Konzertabsage herbeizuführen: das ist ein Zustandsbeschreibung. Und ich denke, dass die Zeiten da definitiv noch härter werden.“

Auch auf den Vorwurf, Feine Sahne Fischfilet würden zur Gewalt aufrufen, geht Gorkow ein: „Uns gibt es seit 12 Jahren, ich glaube, wir tauchen seit einigen Jahren gar nicht mehr im Verfassungsschutzbericht auf. Und ich möchte nicht wissen, wie oft etwa Bob Marley auf sein Lied ‚I shot the Sheriff‘ angesprochen wurde.“

JOHN MACDOUGALL AFP/Getty Images


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Howlin' Wolfs fast überirdisches Krächzen auf "Smoke Stack Lightning" (1956) und "Back Door Man" (1961) faszinierte englische Bands wie die Yardbirds und die Rolling Stones ebenso wie Fogertys eigene Band Creedence Clearwater Revival: "Wir verfolgten seine Karriere so aufmerksam wie später die von Elvis und Buddy Holly." Wolfs wichtigstes Erbe ist eindeutig der Mix aus Gefühl und Gefährlichkeit, an den Sänger wie Fogerty heranzukommen versuchten. "Als ich Howlin' Wolf hörte", meinte der legendäre Sun-Produzent Sam Phillips, "wusste ich: ,Das ist meine Musik. Das ist der Ort, an dem die menschliche Seele niemals stirbt." https://www.youtube.com/watch?v=9Ri7TcukAJ8 GEBURTSTAG: 1o. Juni 1910 († 10.…
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