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Highlight: Sind Gitarrensoli eigentlich toxisch männlich?

IMA-Gewinnerin SOUND: Anna Calvi

>>> Highlights und Gewinner IMA 2019!

Anna Calvi hat den International Music Award für den originellsten und besten SOUND des Jahres gewonnen. Die Sängerin und Gitarristin setzte sich gegen Solange und Little Simz durch.

Anna Calvi hat den SOUND des Jahres, erhält den IMA von Moderator Billy Porter
Anna Calvi hat den SOUND des Jahres, erhält den IMA von Moderator Billy Porter

Calvi spielte auf der Bühne in der Verti Music Hall in Berlin „As A Man“, das Eröffnungsstück ihrer fantastischen und nun auch mit dem International Music Award ausgezeichnete Platte „Hunter“.

Anna Calvi
Anna Calvi

Warum Anna Calvi den IMA absolut verdient hat

Sie spielte schon früh erst Geige und dann, mit acht Jahren, Gitarre – und wartete umso länger, bis sie als Musikerin hervortrat. Anna Calvi, 1980 in London geboren, studierte Musikwissenschaften in Southampton, spielte dann eine Weile bei der Band Cheap Hotel und nahm 2010 ihre erste Platte auf, vermittelt von Bill Ryder-Jones, dem Gitarristen von The Coral.

Ein weiterer Mentor war Nick Cave, bei dessen Konzerten sie im Vorprogramm auftrat. Die Expression und Eruption ihres Debüt-Albums machte Calvi sofort bekannt: In ihren rhapsodischen, wuchtigen Songs verbindet sie ihr herausragendes Gitarrenspiel mit exaltiertem Gesang, Keyboard-Koloraturen und Schlagzeugdonner.

Theatralisch ohne Posen

Die Gitarre, in der Rockmusik traditionell von Männern bedient, wird von Anna Calvi mit einer Art von burschikosem Zugriff gespielt: theatralisch ohne Posen, filmisch ohne Brimborium, opernhaft ohne Bombast. Manche sagen: David-Lynch-Musik. Es öffnen sich imaginäre, unheimliche Räume. Alles ist Ausdruck, alles Traum. Bei Konzerten gibt es wenige Ansagen und keine Plauderei. Anna Calvis Kunst ist eine formstrenge.

In der Wildnis des Gefühls

Nach ihrer zweiten Platte, „One Breath“ (2013), verschwand sie für fünf Jahre. „Hunter“, im vergangenen Jahr erschienen, ist ein Konzeptalbum über Sehnsucht und Eroberung: Die Jagd, gewöhnlich dem Mann zugeschrieben, als weibliche Ermächtigung und Befreiung. Calvi inszeniert intime und erotische Szenarios: rot ist das Licht bei den Konzerten, rot ist ihr Lippenstift. Die Songs, dramaturgisch wie auf der Platte geordnet, evozieren einen Malstrom von Ausbrüchen und Meditationen. In der Wildnis des Gefühls. Anna Calvi hat ein herausragendes Rock-Album aufgenommen, das ein männlich dominiertes Genre neu interpretiert.

Highlights der IMA-Verleihung in der Verti Music Hall in Berlin

Fabrizio Bensch picture alliance/dpa
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