Jack White: Darum haben sich die White Stripes aufgelöst


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Jack White hat im Laufe seiner Karriere einen bemerkenswerten, eigenen Kosmos geschaffen. Dass der Künstler heute mit Third Man Records in Detroit einen angesagten Plattenladen mit angeschlossenem Studio und Vinylproduktion betreibt, hat er nicht zuletzt seinen Anfängen mit The White Stripes zu verdanken. In einem umfangreichen Interview mit Zane Lowe und Apple Music verriet der Artist in genau jener Location nun mehr über die Zeit, die den Weg für eine erfolgreiche Solokarriere und weitere Musikprojekte ebnete.

Erinnerungen an die Anfänge der White Stripes

Die Arbeit mit Meg White sei gleich zu Beginn mit einem besonderen Vibe verbunden gewesen. „Es fühlte sich einfach cool an, aber ich dachte nicht, dass es etwas sein würde, das andere Leute mögen würden, aber ich glaube, ich mag das Gefühl davon wirklich. Es fühlt sich so schmutzig, roh und vereinfacht an. Ich habe nicht versucht, komplizierte Gitarrensoli zu spielen oder sieben Akkordwechsel oder so etwas zu lernen. Es war einfach sehr intuitiv. Da gab es mehr und mehr, lass uns tiefer graben und mehr nach Detroit klingen, mehr davon. Das allererste White-Stripes-Album, das wir gemacht haben, hatte das Ziel: Ich will, dass es nach der Stadt klingt, nach den Straßen, durch die wir gerade gelaufen sind.“

Jack White: Was zum Ende der Band führte

Nach sechs Alben verabschiedeten sich The White Stripes von ihren Fans. Warum sich Jack und Meg White dazu entschieden, blieb stets etwas vage. Im Interview mit Apple Music ging der Musiker nun etwas näher darauf ein: „Vielleicht um 2010 herum hatte ich das Gefühl, dass wir nicht noch weitere White-Stripes-Platten machen werden. Wenn Meg und ich zusammen abhingen oder uns unterhielten, schien es so, als ob das nicht mehr passieren würde. Aber wir wollten es den Leuten nicht so sagen. Man kann nie wissen, ob sich die Dinge in fünf Jahren nicht doch noch ändern. Aber dann hatte ich das Gefühl, dass es vielleicht gesünder für mich und sie und für die Fans wäre … Denn zu der Zeit bin ich dabei, eine Solo-Platte zu veröffentlichen, und wenn ich jemanden sagen höre: ,Warum hast du nicht einfach eine White-Stripes-Platte gemacht?‘ – das will ich nicht hören. Das war also einer der Gründe.“

Jack White über seinen persönlichen Arbeitsstil

„Jedes Mal, wenn ich ins Studio gehe, versuche ich, etwas zu machen, was ich noch nie gemacht habe. Und es ist nichts, das andere Leute noch nie gemacht haben. Es ist einfach für mich neu. Ich will versuchen, es auf diese Weise zu machen. Ich will den Song aus dieser Perspektive schreiben. Ich möchte den Song dieses Mal auf dem Bass schreiben und nicht auf der Gitarre. Was auch immer es ist, um mich in einen anderen Zustand zu bringen, damit ich mich nicht wiederhole. Auf diese Weise entwickelt sich das Ganze immer weiter.“

Daher habe Jack White bei den neuen Alben „Fear of the Dawn“ und „Entering Heaven Alive“ auf vielen Tracks sämtliche Instrumente gespielt. „Das liegt einfach daran, dass ich nicht in der Lage bin, Sessions mit anderen Leuten zu machen. Es ist schwer …  und ich habe Fehler gemacht. Ich habe das Schlagzeug zuletzt eingespielt, was man eigentlich nicht tun sollte. Aber dann hat es mich inspiriert. Ich dachte: Das gefällt mir. Ich mochte es, dass es falsch war.“

Das komplette Interview mit Zane Lowe und Apple Music gibt es hier: