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Blick ins Archiv von Komödien-Genie Jacques Tati: Herrliche Zeiten

„Ich bin von den Kritikern oft zerrissen worden, aber das Publikum hat mich immer wieder zusammengeflickt“, sagte Jacques Tati einmal. Gerade einmal fünf Kinofilme entwickelte der sensible französische Schauspieler-Regisseur in mehr als vier Jahrzehnten und erfreute damit ein Millionenpublikum. Tati war mit seinen Filmen genauso erfolgreich wie Buster Keaton und Charlie Chaplin. Anders als seine übermächtigen Kollegen gelang es Tati aber auch, einen artifiziellen Alltagskosmos zu gestalten, in dem die Realität suspendiert erscheint – oder zumindest fast schmerzhaft verbogen. Und er definierte eine faszinierende Form einer gleichzeitig illusionistischen wie entlarvenden Komik, die bis heute zeitlos aktuell ist und viele Nachahmer von Wes Anderson bis David Lynch gefunden hat.

Das herrliche Treiben kam bei den Zuschauern glänzend an, die sich auf der Stelle in die verschrobenen Eigenarten von Monsieur Hulot, einer von Tati persönlich gespielten, soigniert daherkommenden Kunstfigur im Mantel und mit Pfeife, verliebten und vielleicht auch die grundsätzliche Zivilisationskritik teilten, die der Franzose seinen Filmen überdeutlich aufdrückte. Man nehme nur „Mein Onkel“ (Mon Oncle), vielleicht Tatis kunstvollster Streich: Ein Mann wehrt sich mit Händen und Füßen, immer etwas ungeschickt, aber voller Hingabe für die Dinge, die er liebt, gegen eine aseptisch-postmoderne Architektenwelt, in der alles vermeintlich einfacher geworden ist, aber jede Emotion und Unruhe verbannt erscheint. Manche Kritiker wollten über diesen Frontalangriff auf den Lauf der Dinge nicht lachen und verhöhnten Tati als Ewiggestrigen und bornierten Nostalgiker.

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Inzwischen ist es gerade umgekehrt: Die Begutachter des anspruchsvollen Geschmacks haben schon lange erkannt, wie bedeutend der Beitrag des einfallsreichen französischen Kaspers für das Weltkino ist. Dafür ist kaum eine Zuschauergeneration nachgewachsen, die mit den visuell prägnanten Zoten und unerschöpflichen filmischen Einfällen Tatis etwas anfangen könnte. Der Regisseur ist daher etwas in Vergessenheit geraten, in Listen über die bedeutendsten Komödien ist er nicht mehr auf den vordersten Plätzen vertreten.



Schauspielerin Shirley Douglas ist tot

Die kanadische Schauspielerin Shirley Douglas ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das bestätigte ihr Sohn, „24“-Star Kiefer Sutherland, mit einem traurigen Post auf Twitter. Sie verstarb an den Folgen einer Lungenentzündung, die allerdings nicht im Zusammenhang mit einer  Covid-19-Erkrankung steht. „Meine Mutter war eine außergewöhnliche Frau, die ein außergewöhnliches Leben führte“, schrieb Sutherland. Er bestätigte aber zugleich, dass sie in den letzten Tagen ihres Lebens eine schwierige Zeit hatte: „Traurigerweise hat sie eine ganze Zeit lang um ihre Gesundheit gekämpft und wir als ihre Familie wussten, dass dieser Tag kommen würde.“ https://twitter.com/RealKiefer/status/1246889789011324928 Shirley Douglas drehte mit Stanley Kubrick („Lolita“)…
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