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Blick ins Archiv von Komödien-Genie Jacques Tati: Herrliche Zeiten

Das Leben ist eine Bühne: Jacques Tati tanzt durchs Setdesign oder hält er es mit seinen eigenen Händen zusammen?

Feier des Klamauks? Festival der audiovisuellen Gags!

Tatis Werk erscheint aufgrund seiner sich wiederholenden Themen und Symbole hermetisch abgeriegelt. Die visionäre Ausgestaltung von Bewegungs- und Zeitbild, von offenen (Set-)Räumen als Symbolbezirken des Unbewussten und der Einsatz von cartooneskem Schauspiel als Spiegelung archetypischer menschlicher Regungen findet heute nicht mehr die selbe Wertschätzung wie in den 50ern, 60ern und 70ern, also der goldenen Phase des europäischen Autorenkinos.

Dabei gehört es zu den offensichtlichen Stärken dieser an der Oberfläche klamaukigen Possen, dass Tati die Marotten seiner Landsleute karikierte, ohne ihnen permanent auf den Schlips zu treten. Die subversive Energie entlädt sich eher beiläufig aus den dem Stummfilm abgeschauten Wimmelbildern, die vollgepackt sind mit audiovisuellen Streichen und aberwitzigen Perspektivwechseln und die fast ohne Dialog auskommen.

Jacques Tati erfand für sich die Kunstfigur Monsieur Hulot, um seinen Einspruch gegen den kopflosen gesellschaftlichen Fortschritt anzumelden
Jacques Tati erfand für sich die Kunstfigur Monsieur Hulot, um seinen Einspruch gegen den kopflosen gesellschaftlichen Fortschritt anzumelden

In kurzer Jahresfolge drehte Tati ein Meisterwerk nach dem nächsten: „Tatis Schützenfest“ (Jour de fête, 1949) erzählt von einem gemütlichen Postboten, „Die Ferien des Monsieur Hulot“ (1953) persifliert in unerschöpflich witzigen Miniaturen das zwanghafte Bedürfnis der Menschen nach Erholung, „Mein Onkel“ (1958) ist eine mit dem Oscar gekrönte satirische Warnung vor der Abwesenheit von Spiel, Humor und Zufall in einer technisierten Moderne, „Tatis herrliche Zeiten“ (Playtime, 1967) steigert dieses Prinzip noch, zeigt eine Metropole der Monotonie, in der Touristen nach dem „alten Paris“ suchen, schließlich rundet „Trafic – Tati im Stoßverkehr“ (1971) den Zyklus über den Verfall der westlichen Welt mit einer galligen Abrechnung mit dem Automobil, dem Fixstern der menschlichen Sucht nach Beschleunigung.

Jacques Tati und die Sprache der Objekte

Natürlich ist es leicht, das Schaffen Jacques Tatis auf wenige Nenner zu bringen, so zum Beispiel die sprachkritische Entlarvung schiefer Kommunikation als babylonisches Sprachgewirr oder die heute etwas gewollt artifiziell anmutenden Totalen, die zeigen, wie die Menschen in den von ihnen erschaffenen Bauwerken verschluckt werden. Aber der Perfektionismus dieses Regisseurs, jedes kleinste Detail vor der Kamera zu inszenieren, sozusagen jedes Ding mit Leben zu erfüllen, ist kaum genügend zu würdigen. Eine von M/M in Paris gestaltete, fünfbändige Buch-Edition gibt nun erstmals einen tiefen Einblick in das Archiv des Künstlers, unterstützt von den Rechteinhabern an Tatis Filmen, „Les Films de Mon Oncle“. Darin finden sich Essays, Interviews, Drehbücher und zahlreiche bisher unveröffentlichte Briefen, Skizzen, Notizen, Fotos, Filmstills und Produktionsmaterialien.

TASCHEN
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Schauspielerin Shirley Douglas ist tot

Die kanadische Schauspielerin Shirley Douglas ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das bestätigte ihr Sohn, „24“-Star Kiefer Sutherland, mit einem traurigen Post auf Twitter. Sie verstarb an den Folgen einer Lungenentzündung, die allerdings nicht im Zusammenhang mit einer  Covid-19-Erkrankung steht. „Meine Mutter war eine außergewöhnliche Frau, die ein außergewöhnliches Leben führte“, schrieb Sutherland. Er bestätigte aber zugleich, dass sie in den letzten Tagen ihres Lebens eine schwierige Zeit hatte: „Traurigerweise hat sie eine ganze Zeit lang um ihre Gesundheit gekämpft und wir als ihre Familie wussten, dass dieser Tag kommen würde.“ https://twitter.com/RealKiefer/status/1246889789011324928 Shirley Douglas drehte mit Stanley Kubrick („Lolita“)…
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