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Jan Böhmermann vergrault mit „Wetten, dass..?“ seine eigenen Zuschauer

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Jan Böhmermann vergrault mit „Wetten, dass..?“ seine eigenen Zuschauer

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Viele Menschen in Deutschland wünschen sich „Wetten, dass..?“ zurück. Allerdings scheint Jan Böhmermann der letzte Moderator zu sein, dem das Hochamt der deutschen Samstagabendunterhaltung anvertraut werden sollte. Den zweiten Teil seiner ureigenen Spar-Version der Show liefen bei ZDFNeo am Donnerstag (20. Oktober) die Zuschauer weg.

Satte 30 Prozent weniger schauten im Vergleich zur ersten Hälfte der Aufzeichnung vor einer Woche zu. Nur 340.000 Menschen schalteten ein, um zu sehen, dass der Satiriker auf jeden Fall nie ein zweiter Gottschalk und nicht einmal ein zweiter Markus Lanz werden wird. Das sind 150.000 Personen weniger als in der Vorwoche. Selbst für die bescheidenen „Neo Magazin Royale“-Quoten ein schwacher Wert.

Böhmermann kann Gottschalk nicht

Die Gründe für den Zuschauerschwund dürften auf der Hand liegen: Jan Böhmermann kündigte die Sendung an, als wäre sie tatsächlich ein ernstgemeinter „Wetten, dass..?“-Aufguss. Natürlich stimmte das – wie anzunehmen war – nicht ganz. Der 35-Jährige versuchte zwar, zuweilen sogar seriös und trotzdem sichtbar nervös, den Anschein einer Unterhaltungssendung zu machen. Doch der Spagat zwischen gelungenen parodistischen Elementen (Kinderwette mit Fußeinsatz) und fürchterlichen Geschmacklosigkeiten (Saarländer-Witz als Saalwette, Bagger-Wette) blieb über beide Sendungen lang ein kaum zu behebendes Problem.

Natürlich war klar, dass Böhmermann seinem weiblichen Gast Eva Padberg wie einst Gottschalk ans Knie fassen würde. Geschenkter Witz. Aber jedes noch so kleine Detail nachzuspielen (zum Beispiel den Blumenwurf aus dem Off) reichte noch lange nicht, um dem bunten Stilmix Sinn zu verleihen oder ihn gar als Satire zu qualifizieren. Dafür fehlte schlichtweg so etwas wie hintersinniger Humor oder eine echte Haltung zu „Wetten, dass..?“. Ernst und Satire konnten irgendwann einfach nicht mehr auseinandergehalten werden. Bei aller Kunstfreiheit für das komplexe Genre: Satire, die sich nicht mehr als Satire zu erkennen gibt, ist auch keine mehr.

Wie einst Harald Schmidt

Ein wenig bleibt als Nachgeschmack haften, dass der Humorist Böhmermann einfach die ganz große Bühne sucht – und das mit seinen bescheidenen Möglichkeiten. Das erinnert in seiner biederen Verehrung der eigenen Glücksmomente aus der Kindheit, als der heutige Moderator wohl wie einst Florian Illies am Samstag frisch gebadet aus der Wanne kam und dann mit Erdnussflips in der Hand „Wetten, dass..?“ verfolgte, an Mario Barth. Der wollte auch immer lieber ein Rockstar sein als ein Komiker und erzählte seine chauvinistischen Zoten irgendwann in Fußballstadien. Hoffentlich hat sich der „Neo Magazin Royale“-Kopf nicht auch in diesem Punkt Harald Schmidt als Vorbild genommen. Der ging einst als Moderator von „Verstehen Sie Spaß?“ böse baden.

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