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Highlight: Oscars: Alle „Bester Film“-Gewinner von 1980 bis 2020 im Ranking

„Joker“: Die Oscar-Chancen des kontrovers diskutierten Films

Kein Film wird derzeit so heiß diskutiert wie „Joker“. Die einen sehen in Todd Phillips‘ Porträt des psychopathischen Clowns den Spiegel einer zunehmend verrohenden Gesellschaft, andere Kritiker verurteilen die Darstellung von Gewalt und werfen dem Regisseur vor, er rufe zum Aufstand des „wütenden kleinen Mannes“ auf. Für einige ist es schlicht ein Meisterwerk.

Freiwillige Filmkontrolle – das Podcast-Gespräch über „Joker“:

Fest steht, dass „Joker“ Chancen bei den Oscars 2020 eingeräumt werden. ROLLING STONE wagt eine Prognose zu wichtigen Kategorien.

Bester Film

Eine Nominierung scheint sicher, zumal seit 2009 bis zu zehn Filme in die Liste aufgenommen werden können. Gewinnen würde „Joker“ wahrscheinlich nicht, da das Thema politisch zu kontrovers ist (man bedenke, dass im vergangenen Jahr etwa das freundliche, um Konsens bemühte Rassismus-Drama „Green Book“ gewann). „Joker“ wird sich wohl mit James Mangolds „Ford vs. Ferrari“ messen, „The Irishman“, den manche Rezensenten für einen der besten Filme Martin Scorseses halten, Greta Gerwigs „Little Women“, Tarantinos „Once upon a Time … in Hollywood“ und Sam Mendes‘ Kriegsdrama „1917“. Tarantino und Scorsese sind die ärgsten Konkurrenten, wenngleich der „Irishman“ ein Netflix-Film ist und überwiegend als Stream Verbreitung finden wird – was Chancen verschlechtert, da Hollywood das klassische Kino vertritt.

Oscar-Chance: 25 %

Beste Regie

Todd Phillips

Todd Phillips ist der Regisseur von „Hangover“, „Hangover 2“ und „Hangover 3“, also Komödien. Gute Filme fanden sich vor „Joker“ in seiner Vita nicht. Zumal selbst der Regisseur des letztjährigen „Besten Films“, Peter Farrelly, nicht mal für die Regie nominiert wurde – und der Mann stand für u.a. „Dumm und Dümmer“.

Hier sind Martin Scorsese, aber auch Greta Gerwig Favoriten – zumal es wieder mal an der Zeit wäre, eine Frau auszuzeichnen. Phillips hat sich auch keinen Gefallen damit getan, Kritik an seinem „Joker“ als Kampagne der „extremen Linken“ zu bezeichnen. Was eben einfach nicht zutreffend ist – und das eher linksliberale Hollywood eher abturnt.

Oscar-Chance: 5 %

Bestes adaptiertes Drehbuch

„Joker“ entstammt einer Comic-Vorlage, aus der sich der Film freiheitlich bedient. Da Quentin Tarantino große Chancen auf den Preis für das „beste originale Drehbuch“ hat (weil er den Regie-Oscar wohl wieder mal nicht bekommen wird), ist das Script von Phillips und Scott Silver tatsächlich aussichtsreich. Einzig Greta Gerwigs „Little Women“ käme derzeit noch in Betracht. Für „Little Bird“ wurde sie bereits 2017 nominiert und ging leer aus.

Oscar-Chance: 60 %

Bester Nebendarsteller

Gabe Ginsberg WireImage


Joker: Diese Killer-Playlist lief bei Joaquin Phoenix in der Maske

Joaquin Phoenix, der bei den diesjährigen Oscars für seine Rolle als „Joker“ als bester Schauspieler nominiert ist, scheint so einige Probleme mit Körperkontakt zu haben. Dies zumindest geht aus einem Interview mit Nicki Ledermann hervor, die für das Make-Up in „Joker“ zuständig war. Um die Situation für den Darsteller so angenehm wie möglich zu machen, versuchte sie es mit Musik. „Als ich Joaquin das erste mal traf, sagte er zu mir: 'Es tut mir leid, ich weiß, dass ich sehr schwierig sein kann, aber nimm es bitte nicht persönlich. Das liegt nicht an dir, sondern an mir, und ich will…
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