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Blackout Tuesday

Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Kraftwerk – „Autobahn“

Das Anlassgeräusch eines Motors, ein beschwingtes Hupen, eine verfremdete Stimme, die, immer höher kadenzierend, das Wort ‚ Autobahn‘ wiederholt. 22 Minuten und 48 Sekunden, eine ganze LP-Seite, nahm das Titelstück des Kraftwerk-Albums von 1974 ein.

Eine kongeniale, kühle, aber nicht kaltherzige Illustration deutscher Wirtschaftswunder-Markenzeichen und Ingenieurs-Identität: Kraftwerk waren dabei, sich von Krautrockern zu Avantgardisten elektronischer Musik zu wandeln – und ließen die Bundesrepublik plötzlich nicht mehr nazidumpf und schwerfällig deutschtümelnd erscheinen, sondern schlank, modern und elegant.

Erfolgreich im Ausland wie keine andere deutsche Band

Der fröhlich-naive Refrain „Fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn“ wurde zum geflügelten Wort und zum Synonym für gesellschaftliche Erleichterung. Erfolgreicher, vor allem im Ausland, war deutsche Popmusik nie wieder. Eine gekürzte Fassung von „Autobahn“ fand sich sogar in den US-Charts wieder, in Deutschland schaffte es das Album in die Top Ten.

Als letztes Kraftwerk-Album, das von Conny Plank in Köln aufgenommen wurde, enthält „Autobahn“ noch wärmende Restspuren psychedelischer Rockmusik, wie einen verträumten Flötenpart und Klaus Roeders Gitarre.

Nach dem Umzug der Band um den Organisten Ralf Hütter ins bandeigene Kling-Klang-Studio nach Düsseldorf verschwanden schon auf dem Folgealbum, „Radio-Aktivität“, alle echten Instrumente aus dem Kraftwerk-Klangbild, auf Moog-, EMS- und ARP-Synthesizern entstand ein hypnotisch-repititiver früher Techno-Sound.

Fachleute waren ob der neutönenden Maschinenmusik eher skeptisch: „So etwas gehört eigentlich gar nicht veröffentlicht“, zitierte der „Spiegel“ 1975 den Großkritiker Manfred Sack, doch die „New York Times“ sah in den elektronischen Mantren Kraftwerks, „diesem ältesten nicht-chemischen Weg zur Versenkung“, bereits „einen der wichtigsten Musiktrends dieses Jahrzehnts“. Es sollten dann Jahrzehnte werden.

Weitere Highlights


Kraftwerk: Florian Schneider-Esleben ist tot

Florian Schneider-Esleben ist tot. Das teilte Sony am Mittwoch (06. Mai) unter Berufung auf Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter mit. Der Musiker wurde 73 Jahre alt und verstarb an den Folgen einer Krebserkrankung. Schneider und Hütter hatten 1968 zum ersten Mal gemeinsam Musik gemacht zunächst noch unter dem Bandnamen Organisation. 1970 gründeten sie das legendäre Kling-Klang-Studio in Düsseldorf und entwickelten, nun unter dem  Namen Kraftwerk einen unvergleichlichen Elektro-Sound. Zeit seines Lebens galt Schneider-Esleben als zurückhaltend und überließ seinem Kollegen Hütter die Interviews. Florian Schneider-Esleben entwickelte Robovox-Stimmen Schneider-Esleben ist Sohn des Architekten Paul Schneider-Esleben und war an den einflussreichen Kraftwerk-Alben „Autobahn“ (1974), „Radio-Aktivität“…
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