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Highlight: Michael Stipes erstes Interview nach der Trennung von R.E.M.

Der melancholische (Alb-)Träumer: R.E.M.-Sänger Michael Stipe wird 60

Für einen Moment hatte es so ausgesehen, als wären R.E.M. für Michael Stipe nur eine biographische Randnotiz gewesen. Ein unerwartet erfolgreiches Projekt, das zu einem für alle Beteiligten friedvollen Ende gebracht wurde. Doch nun sollte die eigentliche künstlerische Karriere folgen. Kein Interview, in dem der Sänger nicht über die Vorzüge des Lebens danach philosophierte.

Natürlich verzog sich Stipe erst einmal aus der Öffentlichkeit. Er legte sich einen Bart zu und einen Piercing, wie Eremiten das manchmal machen. Dann flog er zwischen seinen Wahlheimaten, darunter auch Berlin, hin und her, zeichnete, malte und fotografierte. Inzwischen werden seine Bilder, die ja auch früh zum Teil des visuellen Universums seiner Band geworden sind (das schroffe Wüsten-Cover von „New Adventures In Hi-Fi“ fotografierte Stipe aus dem Tour-Bus), ausgestellt. Mit „Generation X“-Autor Douglas Coupland entwickelte er einen ungewöhnlichen Foto-Band, der den Einfluss des Digitalen auf das Alltagsleben reflektieren sollte. Aber der Bart ist wieder weg. Ein Glück.

Michael Stipe bei der Berliner Buch-Präsentation von „Our Interference Times: A Visual Record“ im Bildband Berlin am 12. Oktober 2019
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„Bitte keine Fragen zu R.E.M.“, hieß es zur Buchpräsentation in Berlin. Der Rückblick auf die Vergangenheit ist dem feinsinnigen Melancholiker, der schon in seiner Kindheit unzählige Male den Wohnort wechselte, immer fremd geblieben. Dennoch scheint er nichts gegen eine Reaktivierung seiner Band als funkelndes Relikt einer längst verblassten Rock-Vergangenheit zu haben.

Keine Nostalgie

Neue Musik wird es von R.E.M. nicht mehr geben, das wiederholt er immer wieder freundlich. Zweifel an seinen Fähigkeiten über die Musik hinaus scheint Stipe auch nicht zu haben. Vielleicht auch deswegen, weil er sich selbst nie als Musiker betrachtete. Aber die alten Songs, auch all das, was irgendwo noch im Archiv zu finden ist (viel ist es nicht, denn Michael Stipe und seine Kollegen Mike Mills, Peter Buck und Bill Berry holten immer das Beste heraus und erzeugten wenig Überschuss), dürfen gerne noch einmal erscheinen. Seit Jahren kommt ein Album nach dem nächsten als remasterte Deluxe-Variante heraus, zuletzt das von vielen eher wenig geliebte „Monster“.

Adam Berry Getty Images


R.E.M. schafft es mit „It's The End Of The World“ erneut in die Charts

33 Jahre ist es her, dass R.E.M. den Song „It's The End Of The World“ veröffentlichten – und der Hit vom 1987 erschienenen Album „Document“ erlebt dank der darin beschriebenen wirren Endzeitszenarien nun ein echtes Revival. Aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus wird das Lied momentan rauf und runter gespielt, daher landete es nun am Sonntag sogar auf Platz 64 der iTunes-Charts. Größerer Erfolg als 1987 Damit toppt „It's The End Of The World“ sogar die damalige Chart-Platzierung: 1987 landete der R.E.M.-Song nämlich in den US-amerikanischen Billboard Top 100 nur auf Platz 69. Der Hit entstand übrigens, weil Michael Stipe…
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