Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: R.E.M. – „Around The Sun“


von

Zumindest wir hier haben dieses Album nie unterschätzt, es bekam damals fünf Sterne. Aber R.E.M. selbst brauchten einige Jahre, um zu merken, dass sie da ein kleines Juwel geschaffen hatten.

Zu mühsam waren die Aufnah­men gewesen, zu unsicher das Bandgefüge – das hat­te ihren Blick getrübt. Vielleicht lag es auch daran, dass „Around The Sun“ ein bisschen zu lang ist, doch zwischen den zwei, drei verzichtbaren Songs finden sich so viele zauberhafte: das Liebeslied „Leaving New York“, das erschütternd resignative „Make It All Okay“, das verzweifelt Hoffnung suchende „Final Straw“, das schwankende „I Wanted To Be Wrong“.

Songs über den Traum von Geborgenheit

Etliche Stücke umkreisen Fehler und Wiedergut­machung, Wanderlust und den Traum von Geborgenheit, Verwirrung und Vergebung. Wieder ein­mal drängt sich diese Band nicht auf, R.E.M. legen einem ganz vorsichtig die schönsten Melodien und Texte vor die Füße, aufheben muss man sie schon selbst.

Ein paarmal wenden, von allen Seiten ge­nau betrachten, gegen die Sonne halten – und wie es dann funkelt!


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.