Pearl Jam: „Let’s Play Two“ im THE VENUE BERLIN

Pearl Jam: „Let’s Play Two“ im THE VENUE BERLIN

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Für beide war es ein besonderes Jahr: Am 2. November gewannen die Chicago Cubs zum ersten Mal seit 108 Jahren die World Series – im siebten Finalspiel, auch das eine echte Seltenheit. Zuvor war das Chicagoer Baseballteam jahrzehntelang eine von den eigenen Fans bedingungslos geliebte, im überwiegenden Teil der restlichen USA aber hämisch verspottete Losertruppe gewesen. Auf hiesige Verhältnisse übertragen mussman sich das wohl ungefähr so vorstellen, als würde Schalke 04 deutscher Fußballmeister.

Wenige Monate vor jenem denkwürdigen Ereignis spielten Pearl Jam zwei ausverkaufte Shows in der Heimstätte der Chicago Cubs, Wrigley Field. Eddie Vedder kommt gebürtig aus Chicago, große Teile seiner Kindheit und Jugend verbrachte der glühende Cubs-Fan in dem Stadion, hier hat er nicht nur unzählige Spiele gesehen, sondern zum Beispiel auch sein erstes Springsteen-Konzert.

Und nun kam es also am 20. und 22. August 2016 zu einer Art Gipfeltreffen, ein interkultureller Dialog zwischen Popkultur und Baseball. Tagelang waren Wrigley Field und die angrenzenden Viertel im Ausnahmezustand, die Straßen wurden gesäumt von campierenden Pearl-Jam-Fans, statt anderer Musiker begrüßten Pearl Jam während der zwei Konzerte Sportler wie Dennis Rodman und Chicago-Cubs-Legende Ernie Banks auf der Bühne. Die weniger Cubs-begeisterten restlichen Pearl-Jam-Musiker ließen Vedder seine Leidenschaft an diesen Tagen ungehemmt ausleben und freuten sich mit ihm – ein Indiz für den besonderen Geist, der in dieser Band herrscht.

Fotos: „Let’s Play Two“ im THE VENUE BERLIN – Film und Interview

Der Fotograf und Filmemacher Danny Clinch hat all diese Ereignisse nun zu einem besonderen Film verdichtet, in dem sich Sport und Musik so nahekommen wie vielleicht noch nie. Clinch ist ein alter Vertrauter der Band. Nachdem er seine Karriere als Praktikant von Annie Leibovitz begonnen hatte und später mit Dylan, Springsteen, Cash und zahlreichen anderen arbeitete, ist er seit vielen Jahren immer wieder auch für Pearl Jam aktiv, unter anderem drehte er den herausragenden Konzertfilm „Immagine in Cornice“. Und von diesem besonderen Vertrauensverhältnis zwischen Band und Fotografen profitiert „Let’s Play Two“ nun in besonderer Weise: Bei Clinch verschmelzen Musik und Sport, Meisterfeier und jubelnde Rockfans zu einem einzigen ekstatischen Dauerrausch.

THE VENUE BERLIN präsentierte den einmaligen Konzertfilm nun am gestrigen Mittwoch, dem 15.11., in einem exklusiven Fan-Event der Sonderklasse. Zahlreiche Fans und Pearl-Jam-Experten, aber auch Kevin Pandura, ein Spieler des soeben in die Baseball-Bundesliga aufgestiegenen Teams Flamingos, waren der Einladung von ROLLING STONE, THE VENUE BERLIN und Universal Music gefolgt.

Zu Einstimmung lauschten sie dem Talk mit Regisseur Clinch, der seine Reise nach Berlin leider absagen musste, sich aber per Skype den Fragen von Moderator Torsten Groß stellte. Tatsächlich übertrug sich der Geist von Wrigley Field ungebrochen auf THE VENUE BERLIN: Zwar war die Band nicht zugegen, aber der Zauber der von Clinch gefilmten Bilder tat seine Wirkung und am Ende war es beinahe so, stünden Pearl Jam leibhaftig auf der Bühne. Nicht zuletzt hatte Pandura sein Herz für Pearl Jam entdeckt. Der Spieler lud interessierte Pearl-Jam-Fans zu seinem ersten Bundesligaspiel im April 2017, um ihnen wiederum Baseball näherzubringen.

https://www.youtube.com/watch?v=B85SIjDZ_Jw
Pearl Jam live in Berlin: Fotos, Setlist, Videos

Erst zum zweiten Mal in ihrer langen Karriere traten Pearl Jam in der Berliner Waldbühne auf (1995 begleiteten sie Neil Young auf der „Mirrorball“-Tour). Sehen Sie hier auf einen Blick: alle Fotos aus den sozialen Medien, Videos sowie die Setlist des Konzerts vom 05. Juli. Es ist der einzige Deutschland-Auftritt der Band 2018 und wurde präsentiert von ROLLING STONE. Setlist: Pearl Jam in der Berliner Waldbühne 27 Songs, ein Pearl-Jam-Konzert also mit durchschnittlicher Länge. Das Nachtauftrittsverbot in der Berliner Waldbühne dürfte der Band einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, denn die etwas hastiger angesagten Zugaben (alles ab „Thin Air“)…
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