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Pete Seeger zum 100.: Das Herz der amerikanischen Folk-Tradition

Pete Seeger entstammte einer musikalischen Familie. Sein Vater Charles war Komponist, Musikwissenschafter und -ethnologe, seine Mutter Constanze Konzertgeigerin und Musiklehrerin, und seine Stiefmutter Ruth Crawford Seeger, eine Schülerin seines Vaters, wurde eine einflussreiche Komponistin, deren Werk tief in der Folktradition wurzelte. Pete wollte Journalist werden, ging nach Harvard, gründete eine radikale Zeitung und schloss sich der Young Communist League an. Nach zwei Jahren brach er ab und ging nach New York, wo der Folkarchivar Alan Lomax ihn mit dem Sänger Huddie Ledbetter alias Lead Belly bekannt machte.

Kurz darauf lernte er Woody Guthrie kennen, mit dem er per Anhalter und auf Güterzügen durch die USA reiste und tief in die amerikanische Songtradition eintauchte. Für Seeger hingen Musik, Land und Leute eng zusammen. Eine lebendige Folktradition war für ihn das Zeichen einer lebendigen Gemeinschaft, die von Toleranz und Solidarität geprägt war. Bei seinen Konzerten waren ihm die Stimmen des Publikums wichtiger als die eigene. Zuhörer waren auch Mitsinger. Mit den Almanac Singers, zu denen neben Seeger und Guthrie auch Millard Campbell und Lee Hays gehörten, performte er Songs, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzten, sang gegen Krieg, Faschismus und Rassismus.

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Nach dem Krieg stürmte Seeger, der eine Abneigung gegen Kommerz und das amerikanische Starsystem pflegte, mit dem nach Gerhart Hauptmanns „Die Weber“ benannten Folkquartett The Weavers die US-Charts. Ihre Version des Lead-Belly-Songs „Goodnight, Irene“ wurde ein Nummer-1-Hit. Seegers eigene Stücke, „If I Had A Hammer“ und „Where Have All The Flowers Gone“, wurden zu Folk-Standards und später vom Kingston Trio und Peter, Paul and Mary populär gemacht.

Pete Seeger war enttäuscht von Bob Dylan

Die Weavers waren da bereits von Amerikas Kommunistenjäger, dem Senator Joseph McCarthy, auf die schwarzen Liste gesetzt worden. Seeger bekam Auftrittsverbot bei den Fernsehsendern, veröffentliche aber weiterhin Alben auf Columbia Records, sammelte Folksongs, ging mit Banjo und 12-saitiger Gitarre auf Konzertreisen und lehrte seine Zuhörer in der ganzen Welt die US-Folktradition.



Bob Dylan veröffentlicht Song über das Attentat auf John F. Kennedy – hier hören

„Es war ein schwarzer Tag in Dallas, im November 1963. Der Tag, der für immer mit Schande verbunden sein wird“, heißt es in einem bisher unveröffentlichten Song von Bob Dylan, den der Musiker vor kurzem unter anderem auf YouTube zur Verfügung gestellt hat. In dem fast 17-minütigen Track „Murder Most Foul“ behandelt er die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy, der auf einer Wahlkampfreise durch einen Kopfschuss getötet wurde. Dylan schrieb zu dem Song folgende Worte: Ein Hallo an meine Fans und Follower, denen ich für ihre Unterstützung und Loyalität über all die Jahre danke. Hier ist ein unveröffentlichter Song,…
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