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Pop und Politik im Jahr 2016: Wir haben immerhin die Musik


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Wenn man die Cover der meistdiskutierten Alben dieses Jahres nebeneinanderlegt, sieht man (vor ­allem) Schwarz. Tod, Trauer, Terror und Tragödie sind ihre großen Themen – dieser Annus horribilis hat also genau die Musik, die er verdient.

Alles begann mit einem schwarzen Stern, der am 8. Januar über uns erschien: „I’m a blackstar, way up, oh honey, I’ve got game“, croonte David Bowie im Titelsong seines Albums „Blackstar“, dem finsteren Nachfolger seines Comebacks „The Next Day“ von 2013. „I see right, so wide, so open-hearted it’s pain/ I want eagles in my daydreams, diamonds in my eyes.“ Und zwei Tage später geschah das Unvorstellbare: Der Mann, der einst vom Himmel fiel, verschwand in einem Schwarzen Loch irgendwo im Sternbild Krebs. „Look up ­here/ I’m in heaven/ I’ve got scars that can’t be seen/ I’ve got drama, can’t be stolen/ Everybody knows me now.“

Anderthalb Wochen später erklärte der Herr der Schwarzen Löcher, der Astrophysiker Stephen Hawking, in einem BBC-Interview, angesichts globaler Bedrohungen wie Erderwärmung, gentechnisch manipulierter Viren, nuklearer Katastrophen und Kriege müsse der Mensch seinen Heimat­planeten sehr wahrscheinlich innerhalb der nächsten tausend Jahre verlassen, wenn er überleben wolle. Bis wir dazu die nötige Technik hätten, sei daher im Umgang mit der Erde äußerste Vorsicht geboten, so das Genie weiter. Space ist also tatsächlich the place!

Nur nicht so, wie der exzentrische Afro­futurist und Jazzkomponist Sun Ra sich das vor über 40 Jahren ausgemalt hat: als Ort bzw. Nichtort der Freiheit, ohne Rassismus und sonstige Vorurteile: „Do what you want, be what you want to be.“

Taking Off To Mars!

A Tribe Called Quest zumindest scheinen an diese Utopie nicht zu glauben. In „The Space Program“, dem ersten Track ihres teilweise noch mit dem im März verstorbenen ­Phife ­Dawg aufgenommenen Abschiedsalbums, „We Got It From ­Here … Thank You 4 Your Service“, kommen sie angesichts der auch in diesem Jahr nicht enden wollenden willkürlichen Polizeigewalt gegenüber schwarzen US-Bürgern und der rassistischen Äußerungen Donald Trumps und anderer republikanischer Politiker während des Wahlkampfs zu dem Schluss, dass die Schwarzen und die Armen, die Außenseiter und Entrechteten auf der Strecke bleiben, wenn die Zukunft des Landes und der Abflug der Menschheit geplant werden. „Rather see we in a three-by-three structure with many bars“, rappen Q‑Tip und Jarobi. „Leave us where we are so they can play among the stars/ They taking off to Mars, got the space vessels overflowing/ What, you think they want us there? All us niggas not going.“



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