„Keine Vergewaltigung“: Das Netz wütet über Quentin Tarantinos Verteidigung von Roman Polanski

Quentin Tarantino ist im Internet heftig unter Beschuss geraten, nachdem ein Interview mit ihm, in dem er Roman Polanski verteidigte, online wieder aufgetaucht ist.

1978 bekannte sich Roman Polanski schuldig, die 13-jährige Samantha Geimer unter Drogen gesetzt und auf einer Party sexuell missbraucht zu haben. Der Regisseur – zu der Zeit bereits weltberühmt – hoffte, mit einer milden Strafe davonzukommen, weil ihm der zuständige Richter einen Vergleich anbot. Doch es kam anders, Polanski drohte eine mehrjährige Haftstrafe und floh deshalb aus den USA. Bis heute hat er das Land nicht mehr betreten, weil ihm sonst die sofortige Verhaftung droht.

Wirklich ruhen wollte der Fall nicht, auch wenn Geimer dem Filmemacher längst öffentlich verziehen hat. Im August 2017 meldete sich eine weitere Frau und bezichtigte Polanski, sie mit 16 Jahren im Jahr 1973 sexuell schikaniert zu haben.

„Es war Sex mit einer Minderjährigen. Das ist keine Vergewaltigung.“

Am Montag (05. Februar) holte das Online-Magazin „Jezebel“ jedoch noch einmal ein Radio-Interview zwischen Quentin Tarantino und Howard Stern aus dem Jahr 2003 hervor, in dem der „Hateful Eight“-Regisseur argumentierte, dass es sich bei dem Fall nicht um Vergewaltigung handelte, sondern um einvernehmlichen Sex.

Der Vergewaltigungsfall von Roman Polanski erregte 1977 großes öffentliches Interesse

„Er hat keine 13-Jährige vergewaltigt“, sagte Tarantino. „Es war Sex mit einer Minderjährigen. Das ist keine Vergewaltigung. Wenn Sie das Wort Vergewaltigung verwenden, sprechen Sie von Gewalt (…) – es ist wie eines der gewalttätigsten Verbrechen der Welt. Du kannst das Wort Vergewaltigung nicht einfach so durchgehen lassen. Es ist ganz ähnlich mit dem Wort „rassistisch“. Es gilt nicht für alles, wofür die Leute es benutzen.“

Stern ließ Tarantino nicht mit seinen Worten davonkommen

Nachdem Howard Stern versuchte, darzulegen, dass dies nicht der Fall sei, sagte Tarantino dann, dass das junge Mädchen darüber hinweg sei. Als der Regisseur gefragt wurde, woher er das wisse, sagte er, dass er die Biographie von Polanski gelesen habe.

Images Press Getty Images


Golden Globes 2020: „Once Upon A Time…“, „1917“ und „Rocketman“ sind die großen Gewinner

Das beste Drama des Jahres ist nach Ansicht der Jury der Golden Globes das Weltkriegs-Epos „1917“. Der Film von Sam Mendes, der so gedreht wurde, als wäre er nur in einer Einstellung gefilmt worden, wurde am Sonntag (05. Januar) in Los Angeles genauso wie der britische Regisseur mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Auch Quentin Tarantino kann sich freuen: „Once Upon A Time In Hollywood“ wurde zur besten Komödie gewählt. Dazu gab es für Brad Pitt als bester Nebendarsteller einen Preis sowie für Tarantino in der Kategorie „Bestes Drehbuch“. Bester Hauptdarsteller wurde Joaquin Phoenix für seine Rolle in „Joker“. Der Golden…
Weiterlesen
Zur Startseite