Review: „The Walking Dead“, Staffel acht, Folge 1: Da sch … sich jemand in die Hose


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Priester Gabriel war bekannt als der größte Angsthase im Team Rick, und es ist schon ziemlich lustig: Am Ende von „Erster Kampf“, der Auftaktfolge der achten „The Walking Dead“-Staffel, befindet sich der abtrünnige Geistliche eingepfercht in einem Wohnwagen, umringt von hunderten Zombies. Aber Gabriel steckt nicht alleine da drin. Aus dem Dunkel im Mobil tritt der versteckte Negan auf ihn zu: „Jetzt wirst Du Dir richtig in die Hosen scheißen!“

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Schlimmer hätte es für den Priester, für den Weglaufen zum Lebensinhalt gehört, nicht kommen können.

„Erster Kampf“ folgt einer teilweise haarsträubenden Logik, aber die Episode macht Spaß. Der Konflikt zwischen Rick und Negan verläuft unterhaltsam, da Kriegstaktiken zwar zu gewünschten Ergebnissen führen – diese aber gegen jede Wahrscheinlichkeit eintreten.

Weg mit den Wachposten

Zunächst verschießt Verräter Dwight, stets argwöhnisch von Negan beäugt, regelmäßig Pfeile aus dem Fort seines Bosses. Negan findet das anscheinend nicht ungewöhnlich. Die Pfeile gehen nicht verloren. Darryl empfängt die Geschosse – an denen sich Zettelbotschaften befinden. Darauf sind die Standorte von Wachposten angegeben, die Darryl, Rick und Co ausschalten können.

Die Wachposten haben es nicht leicht: Der eine wird von einem Pfeil erlöst, da er alleine auf einer Plattform in den Wipfeln auf nichts warten musste. Der andere steht allein auf weiter Wiese und beobachtet einen angeseilten Zombie. Jeder der Feinde wird hinterrücks ermordet – sicher ist sicher. Obwohl keiner von ihnen ein Funkgerät zu haben schien, mit dem sie Negan hätten warnen können, wenn es zur offenen Konfrontation mit Team Rick gekommen wäre.

Vor dem Kampf: Ezekiel hält biblische Reden, Rick diejenigen fürs Poesie-Album: „Wenn wir heute beginnen, haben wir schon längst gewonnen.“

Die Eskalation

Das Ausschalten der Wachposten ließ Salami-Taktik vermuten, aber dann geht alles ganz schnell. Weil ein Auto explodiert, fährt sogleich dreiviertel der Negan-Mannschaft wie von der Hummel gestochen zum Brand-Ort. Passiert nicht alle Tage, so ein brennender Wagen, die Rauchsäule gucken wir uns also mal an.

Als Negan auf den Balkon seiner Fabrik tritt, fängt Rick, der sich hinter einem Schutzschild befindet, trotz freier Schussbahn eine Verhandlung an. Als der Konflikt eskaliert, schießen Rick und seine Leute vor allem auf die Glasfenster über Negan. Dort, wo sich anscheinend keiner befindet, denn es wird nicht zurückgeschossen.

Kreuzritter Morgan

Negan beschließt, sich nicht weit im Gebäude zu verschanzen, sicher vor dem Kugelhagel. Sondern rauszurennen, hinein in den Kugelhagel, jedoch ohne zu kämpfen. Er wirft sich in den Staub, geschützt nur durch Wellblech.

Morgan ist ein Kreuzritter. Beim Angriff auf einen Zombie läuft er an einer prominent in den Vordergrund gerückten Marienstatue vorbei, die gen Himmel betet. Morgan genießt göttlichen Schutz.

Parallelen

Wie verschiedene Fanseiten herausstellten, ähnelt der Aufbau von „Erster Kampf“ der Pilotfolge von „The Walking Dead“, also der allerersten Folge aus Staffel eins. Hier ist es Carl statt Rick Grimes, der an einer verlassenen Tankstelle vom Boden aus ein Fußpaar beobachtet, von dem er nicht weiß, wem oder was es gehört.

Und das Folgen-Ende ist auch ähnlich dem des Piloten. Damals suchte Rick Zuflucht in einem Panzer, und aus der Totalen wurde das Ausmaß der Untoten-Belagerung erst richtig ersichtlich.

Nun verschanzt sich Vater Gabriel in einem Fahrzeug. Nur eben mit dem schlimmsten Gegner, den man sich aussuchen kann, als Sitznachbarn.

Wer holt den Priester da raus?

 

 

AMC