Kurt Vile „(Watch My Moves)“


Verve/Virgin (VÖ: 15.4.)


von

Ein leicht bekifftes Anzählen, ein Synthesizer, der klingt wie ein abhebendes Raumschiff, eine verspulte Gitarre, ein Sänger, der wirkt, als wäre er noch nicht so ganz wach und vom Schmerz deliriert, der von seinem Hirn abprallt wie explodierende Steine, von den Gedanken, die Flipper spielen in seinem vom Gitarrenfeedback massierten Schädel.

Eine 75-minütige Massage für die geschundene Seele

Kurt Vile präsentierte auf der ersten Single seines neuen Albums das reine Kopftheater. Denn er war viel unterwegs – in Gedanken. Während er am Fenster saß, Kaffee trank, las und Sun-Ra-Platten hörte. Diese Gelassenheit ist beneidenswert. Der Buddha des Indie-Rock und „(Watch My Moves)“: die entspannteste Abhängmusik, die sich denken lässt. Eine 75-minütige Massage für die geschundene Seele.


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