Spoon „Lucifer On The Sofa“


Matador/Beggars (VÖ: 11.2.)


von

Über 25 Jahre haben Spoon immer wieder Wege gefunden, den guten alten Rock’n’Roll aufregend und gefährlich klingen zu lassen, haben ihn gebrochen, mit Punk, Krautrock, Jazz und Elektronik neu zusammengeklebt. Stillgestellt von der Pandemie, stellten sie nun fest, dass eigentlich nichts aufregender und gefährlicher ist als der gute alte Rock’n’Roll in seiner reinsten Form: spontan, wild, wuchtig, ungeschliffen und laut.

Die beste Zeit für guten alten Rock’n’Roll

„Let’s do the fill twice as long“, wendet sich Sänger Britt Daniel im Eröffnungsstück, einem mitreißenden Cover des Smog-Songs „Held“, an seine Band, Gitarren feuern und das Schlagzeug explodiert. Hier werden die Stücke angezählt und tragen fast tautologische Rock’n’Roll-Titel wie „Wild“, „My Babe“ und „On The Radio“.

Aber auch in der Anrufung archaischer Formen bleiben Spoon immer originell und weichen im richtigen Moment, etwa im fast folkigen „Astral Jacket“, davon ab. Am Ende, im unheimlichen Titelsong, läuft Daniel in einer Lockdown-Nacht durch seine Heimatstadt Austin, ein Geist spielt Saxofon, Amseln singen. Die beste Zeit für guten alten Rock’n’Roll.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Damien Jurado :: „Reggae Film Star“

Stille, Minimalismus, Wahrhaftigkeit – wunderschön!

Eric Clapton :: „Nothing But The Blues“

Live-Mitschnitt zum gleichnamigen Konzertfilm

Arthur Brown :: „Long Long Road“

Der Psychedelic-Impresario hat sein Feuer nicht verloren.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Indiana Jones: Warum „Das Königreich des Kristallschädels“ nicht der schlechteste Indy ist

Aliens und Affen an Lianen: Umgehend nachdem „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ins Kino kam, wurde er zum unbeliebtesten Film der Abenteuer-Reihe. Zu Unrecht.

Kritik: Gorillaz live in Berlin – Hier tanzen auch zynische Hipster

Die virtuelle Band rund um Frontmann Damon Albarn befindet sich auf Welttournee. Am 24. Juni spielten sie in der Parkbühne Wulheide in Berlin.

Erdmöbel-Special: Hätte Sehnsucht Gewicht

Eine Reise ins Werk der virtuosesten deutschen Pop-Band