ROLLING STONE: Neue Liste der besten 500 Songs aller Zeiten


von

Es war ein Mammut-Projekt. Die Redaktion des ROLLING STONE in New York empfand die renommierte Liste ihrer „500 Greatest Songs of All Time“, die auch in unserer deutschen Übersetzung zu einem Maßstab wurde, als nicht mehr zeitgemäß. Diese war zum letzten Mal vor 17 Jahren erstellt worden und schloss somit die Entwicklungen der mittleren 2000er- und 2010er-Jahren aus.

Also bat man mehr als 250 Menschen aus der (US-)Musikszene um ihre Wahl; von Angelique Kidjo bis Zedd, von Sam Smith zu Megan Thee Stallion, von M. Ward zu Bill Ward. Sie alle wurden aufgefordert, ihre besten Songs aller Zeiten in einer 50er-Liste einzusenden.

Rund 4.000 Songs wurden letztlich genannt, aus denen die Redaktion eine 500er-Liste erstellte, die nun wieder einige Jahre Gültigkeit haben wird. „Wo die 2004er Liste von Classic Rock und Soul dominiert wurde, enthält die neue Version mehr Hip-Hop, Modern Country, Indie-Rock, Latin-Pop, Reggae und R&B“, schreibt das Voting-Team auf rollingstone.com. „Mehr als die Hälfte der Songs – insgesamt 254 – tauchen nicht mehr auf der neuen Liste auf. Darunter ein Drittel der Top 100. Das Ergebnis ist eine erweiterte Lesart von Pop, Musik, die ihre Geschichte mit jedem Beat neu schreibt.“

Platz eins geht dabei an Aretha Franklins „Respect“, ein von Otis Redding geschriebener Song, der im Zuge des gleichnamigen Aretha-Biopics und der Bewegung „Black Lives Matter“ vielfach wieder entdeckt wurde. Auf der Zwei findet sich der HipHop-Track „Fight the Power“ von Public Enemy. Auf den weiteren Plätzen: Sam Cookes „A Change is Gonna Come“, Bob Dylans „Like a Rolling Stone“ und Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ auf der Fünf.

Klassiker wie The Beatles, Stevie Wonder und Fleetwood Mac sind weiterhin prominent in den Top 50 vertreten, allerdings umgeben von aktuelleren Songs, etwa von Kendrick Lamar, Lorde oder auch Robyn.

Bemerkenswert der Vergleich mit den „alten“ Top Five: Im 2004er-Ranking war Dylans „Like a Rolling Stone“ auf Platz eins, gefolgt von den Rolling Stones mit „(I Can’t Get No) Satisfaction“, John Lennons „Imagine“ sowie Marvin Gayes „What’s Going On“. Einzig Aretha Franklins „Respect“ (damals auf der Fünf) gelang es, sich in der aktuellen Top 500 zu verbessern. Somit grüßt die Queen of Soul von ganz oben.