Highlight: Setbericht „Z Nation“: Zombies blasen Trump den Marsch

Kritik: „The Walking Dead“, Staffel 8, Folge 12: Aus Rick wird Prick

Nun wird klar, warum die „Walking Dead“-Macher darauf bestanden haben, Carl Grimes gegen jede Vernunft den Serientod ereilen zu lassen: Sein Vater Rick muss endlich ausrasten dürfen und selbst gegen jede Vernunft handeln. Aus dem Stegreif heraus sucht er die Konfrontation mit Negan, lauert seiner Wagenkolonne auf, rammt sein Auto, zwingt ihn per Fuß zur Flucht in einen Keller.

„Du wirst hier sterben, ganz alleine, im Dunkeln“, orakelt Rick und klingt selbst schon wie der Geschichtenerzähler Negan, dessen Reden er so verabscheut. Zuvor boten sich die beiden eine Kampfszene, wie Borat und Azamat oder Inspektor Clouseau (eigentlich die Spezialität von Priester Gabriel) und Cato sie nicht besser hätten bieten können.

Vielleicht ein Verhörer, aber der Saviours-Boss scheint den Ex-Cop mit einer Namensänderung veräppeln zu wollen: Aus Rick wird „Prick“. Warum ist zuvor noch keiner darauf gekommen?

Kooperation

Rick rutscht aber unter Negans Baseballschläger weg, schießt Löcher in die Wand, wirft dann eine Axt Richtung Gegner, der sich wiederum mit einer nie gesehenen Mischung aus Beckerhecht und Judo-Rolle entfernen will. Dabei kracht Negan durch den morschen Boden und stürzt etliche Meter tief. Unten angekommen, fängt er sofort an, seine Lieblingsmelodie zu pfeifen. Angriffsmodus, jetzt auch er. Kein Wunder, dass Rick das rasend macht.

In der tiefsten Schwärze belauern sich die beiden aber nicht nur, sie müssen sich auch, wie einst der Governor und Andrea im Lagerhaus, mit Kastenteufel-artig hervorspringenden Zombies auseinandersetzen.

„Walking Dead“: So viel Tohuwabohu um Simon

Der für jüngere „Walking Dead“-Verhältnisse aufwendige Kampf dient eigentlich nur dazu, eine Spaltung im Saviours-Camp zu begründen. Simon, die rechte Hand Negans, hintergeht den Chef, das wird erst im Gespräch zwischen Rick und Negan – unfreiwillig – klar. Noch deutlicher wird Negan das werden, sobald Jadis ihm in der nächsten Episode erklärt, dass Simon gegen jede Absprache ihre Truppe dezimiert hat.

Es gehört zu den Geheimnissen dieser Serie, weshalb die Macher Negan nicht gleich durch Jadis haben entführen lassen, um diese Entwicklung voranzutreiben, anstatt ihn in den Ring mit Rick zu schicken. Die Konfrontation hat eben nicht mehr gebracht, als Lucille, den Baseballschläger, in Flammen aufgehen zu lassen. „Katzen haben neun Leben“, ruft Negan seinem Häscher entgegen.

Ja, haben sie, aber vor allem in der Seifenoper.

Als neue Figur, als die, die den titelgebenden „Key“ einführt, ist von nun an Jayne Atkinson dabei. In der Rolle der Georgie spielt sie eine Siedlungschefin und sieht derart gepflegt und ausgeruht aus, als hätte sie die Zombie-Apokalypse im Schaukelstuhl verschlafen.

In „24“ verkörperte Atkinson einst die Geheimdienst-Chefin Karen Hayes. Nun gerne mehr von ihr in „The Walking Dead“. Wer so entspannt auftritt, könnte eine Gegnerin für Negan sein.

Gene Page / AMC
Gene Page /AMC

Kritik: „Game of Thrones“, Staffel 8, Folge 4: Tyrions bester Witz

Die Trauerfeiern sind stets würdige, emphatische, kathartische Moment bei „Game Of Thrones“. Jon Snow hält eine glühende Rede auf Ser Jorah et al., die beim Kampf gegen die Untoten gefallen sind: bis zum letzten Atemzug der Menschheit, bis ans Ende aller Tage, solche erhebenden Sachen. Eine stolze Elegie mit Streichermusik. Und man kann etwas sehen. Achtung, dieser Text enthält Spoiler! Dann: Burg, innen. Die (nun schon berühmte!) Siegesfeier. Man trinkt, als gäbe es ein Morgen. Gendry, der verhemmte Liebhaber Aryas, wird von Daenerys zum Lord von Sturmkap befördert. Allgemeiner Jubel über diese nicht kriegsentscheidende Personalie. Der Bluthund Sandor Clegane, stoisch…
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