Spezial-Abo

Unfrieds Urteil: Merkel und Kretschmann – wie schnell sich die Welt ändert


Ein Bus fährt durch die Baden-Württembergische Nacht. Die Rede ist gehalten. Das Deutschland-Lied ist, wie bei der CDU üblich, gesungen. Der abschließende Smalltalk ist erledigt. Ein weiterer Wahlkampftag geht zu Ende.

Jetzt nimmt sich der Kandidat ein Pärle Saiten, gibt die eine Wurscht seinem Mitarbeiter und beißt in die andere hinein. Entspannen. Er fährt die meisten Aggregate spürbar herunter. Nur die Autosuggestion-Maschine läuft weiter auf Vollbetrieb.

Dass es langsam knapp wird bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag?

Ach, was, sagt Guido Wolf, 54, und wedelt so mit der Hand, als könne man das Unheil einfach verscheuchen. Man werde sehen: Am Ende liege die CDU mindestens 5 Prozent vor den Grünen.

Nach den letzten Umfragen steht der Grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann mittlerweile bei 32 Prozent. Die CDU des Spitzenkandidaten Wolf aber nur bei 28 bis 30. Das sind knapp zehn Prozent weniger, als bei der letzten und auch schon verunglückten Wahl. Die Frage lautet: Wie tief kann eine Volkspartei fallen? Das meint nicht nur die CDU, die das Land von 1953 bis 2011 regierte. Das meint auch den Grünen-Juniorpartner SPD, den Anfang des Jahrhunderts noch 33 Prozent wählten und der nun in den Umfragen noch bei etwa 13 Prozent steht.

Große Koalition: keine Option?

Wenn sich diese Zahlen bewahrheiten, wäre zum ersten Mal etwas arithmetisch nicht mehr möglich, was bisher immer als sichere Notfall-Option für schwere Zeiten galt: Die sogenannte „große Koalition“.

Was passiert da gerade?

Die übergeordnete Antwort lautet: Die Welt ändert sich.

Keiner im Westen will, dass sie sich ändert. Viele arbeiten verbissen daran, die Veränderung zu leugnen oder zu bekämpfen. Aber sie ändert sich trotzdem und teilweise gerade dadurch.

Die politologische Antwort lautet: Der bundesrepublikanische Antagonismus – hier Christdemokraten, dort Sozialdemokraten – ist inhaltlich längst am Ende. Das wurde bisher verdrängt. Durch den Aufstieg der AfD ist das nun nicht mehr zu kaschieren. Und: In Baden-Württemberg haben die Grünen zum ersten Mal als wirtschaftsökologische Partei einen neuen, dritten Weg etabliert und damit die SPD als gesellschaftspolitische Alternative abgelöst. Ob sie es nun einlösen oder nicht: Das Versprechen lautet, Wohlstand und Ökologie, Wirtschaft und Kultur, links und rechts zu versöhnen, und damit die Zukunft zu gewinnen und nicht zu verlieren.



Die Ärzte: 10 kuriose Fakten über „die beste Band der Welt“

1. Erstes Zusammentreffen beim Pogen Bela B und Farin Urlaub lernten sich Anfang der Achtziger auf einem Punk-Konzert im Berliner Ballhaus Spandau kennen. 2. Bedeutung des Songtitels „N 48.3“ Es handelt sich bei „N 48.3“ um eine Diagnosenabrechnungsnummer, die von Ärzten bei sogenanntem Priapismus verwendet wird. Was das ist? Eine schmerzhafte Dauererektion des Penis. Und eben ein Song vom Album „Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer“. https://www.youtube.com/watch?v=kLrGXquIjDs 3. Vom Deutschen Roten Kreuz verklagt Für die Mini-LP „Uns geht's prima“ wählten Die Ärzte ursprünglich ein rotes Kreuz für das Cover – weil das Deutsche Rote Kreuz sich an der Ähnlichkeit zum eigenen Logo störte,…
Weiterlesen
Zur Startseite