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Unglaubliche Oscar-Panne: Erst ist „La La Land“ bester Film, dann „Moonlight“


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Das hat es in der fast 90-jährigen Geschichte der Oscar-Verleihung noch nie gegeben: „La La Land“ wurde zunächst als „Bester Film“ ausgezeichnet. Doch nachdem die Produzenten des Films bereits auf die Bühne gekommen sind und sich bedankten, kommt heraus, dass sich in dem Umschlag ein ganz anderer Titel befand, der den Preis gewonnen hat: „Moonlight“.

Zunächst lief alles glatt während der Vergabe der Academy Awards am Sonntag (26. Februar) in Los Angeles: „La La Land“ hatte bereits sechs Oscars in der Tasche (unter anderem erhielt Emma Stone einen Goldjungen als „Beste Hauptdarstellerin“, auch Regisseur Damien Chazelle wurde bedacht) und als die Hollywood-Legenden Warren Beatty und Faye Dunaway auf die Bühne kamen, war es kaum überraschend, als die beiden einstimmig „La La Land“ den Oscar in der Köingskategorie zusprachen.

Falscher Film im Umschlag

Beatty hatte leicht gezögert, als er den Umschlag geöffnet hatte, doch mehr als leichte Nervosität wollte dahinter zunächst niemand erkennen. Die Crew von „La La Land“ kam geschlossen auf die Bühne, hielt sogar ihre Dankesreden. Erst dann löste Moderator Jimmy Kimmel gemeinsam mit Beatty auf: Fehlentscheidung! Im Umschlag befand sich fälschlicherweise auch die Karte, auf der stand, dass Emma Stone für ihre schauspielerische Leistung in dem Musical mit einem Academy Award bedacht wird.

Stattdessen wurde dann „Moonlight“ mit dem wichtigsten Preis des Abends bedacht. Die Macher des Films wollten dies zunächst kaum glauben, schauten irritiert in die Kamera. Doch als klar wurde, dass es sich tatsächlich um ein Missgeschick handelte (das einzige in einer ansonsten perfekt durchgeplanten Show), war die Freude groß.

Kleine Enttäuschung allerdings für den deutschen Film: Maren Ade gewann mit „Toni Erdmann“ keinen Oscar. Stattdessen wurde „The Salesman“ von Asghar Farhadi als „Bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet.


Oscar-Gewinner sollen Statue persönlich erhalten - Verleihung auch in Europa

Video-Zuschaltung scheint bei den Oscars nicht beliebt zu sein: Die Show am 25. April sollte zunächst nur an zwei Standorten in Los Angeles mit den Nominierten vor Ort laufen, so der ursprüngliche Plan. Dieser wurde jetzt ausgeweitet, um mehr Nominierten eine Teilnahme möglich zu machen. Die Show-Produzent*innen, darunter auch „Traffic“-Regisseur Steven Soderbergh, hatten kürzlich erklärt, dass Video-Schalte bei der Gala nicht erwünscht sei. So geschah es bei anderen Award-Shows, wie bei den Golden Globes und den Grammys. Die Nominierten wurden dort häufig per Video von Standorten aus aller Welt zugeschaltet. Trotz Pandemie sollen Oscars-Gewinner*innen die Statue aber persönlich entgegennehmen können.…
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