„Ich wette, er weiß, dass er falsch liegt“: Vergewaltigungs-Opfer reagiert auf Tarantinos Polanski-Verteidigung

Quentin Tarantino war im Jahr 2003 der Überzeugung, dass die Vorwürfe gegen Roman Polanski, er hätte eine 13-Jährige auf einer Party 1978 betäubt und anschließend vergewaltigt, nicht zutreffen. Vielmehr habe es sich, so die Überzeugung des Regisseurs in dem Gespräch mit Moderator Howard Stern, um freiwilligen Sex gehandelt – nur eben mit einer Minderjährigen.

Das vom Online-Magazin „Jezebel“ in Erinnerung gerufene Dokument sorgte im Netz für viel Wirbel. Die Mehrzahl der User, die auf den Post von „Jezebel“ reagierten, waren erzürnt oder zeigten sich von Tarantino, der zur Zeit auch wegen anderer Verfehlungen in der Vergangenheit unter Beschuss steht, schwer enttäuscht. Nun meldete sich in dem Zusammenhang auch Samantha Geimer zu Wort, das Opfer Polanskis, das ihm bereits vor einigen Jahren öffentlich verziehen hat.

„Ich hoffe, er macht sich nicht zum Esel und redet so weiter“

Der „New York Daily News“ teilte sie mit, dass der „Kill Bill“-Regisseur „falsch liegt“. Gleichzeitig wettete sie, dass er dies auch selber wisse. „Ich hoffe, er macht sich nicht zum Esel und redet so weiter“, sagte sie.

Dass das Interview noch einmal für Aufregung sorgt, ärgert sie indes nicht, gleichwohl würde sie sich wahrscheinlich besser fühlen, „wenn er jetzt merkt, dass er sich geirrt hat, nach 15 Jahren, nachdem er die Fakten gehört hatte“. Geimer fügte hinzu: „Niemand muss in meinem Namen angepisst sein. Mir geht es gut.“

Hat ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht: Samantha Geimer
Hat ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht: Samantha Geimer

Quentin Tarantino hatte wörtlich in dem Interview von 2003 gesagt: „Er (Roman Polanski, Anm. d. Red.) hat keine 13-Jährige vergewaltigt. Es war Sex mit einer Minderjährigen. Das ist keine Vergewaltigung. Wenn Sie das Wort Vergewaltigung verwenden, sprechen Sie von Gewalt (…) – es ist wie eines der gewalttätigsten Verbrechen der Welt. Du kannst das Wort Vergewaltigung nicht einfach so durchgehen lassen. Es ist ganz ähnlich mit dem Wort „rassistisch“. Es gilt nicht für alles, wofür die Leute es benutzen.“

Geimer verzeiht Tarantino

Geimer sagte, dass sie bereit sei, Tarantino für seine Bemerkungen zu verzeihen und kein Interesse daran habe, was andere Leute über ihre Haltung oder den Fall denken. „Es ist keine große Sache für mich, was die Leute denken“, so die 54-Jährige. „Es macht keinen Unterschied in meinem Leben. Ich weiß, was passiert ist. Ich brauche keine anderen Leute, die sich einmischen und glauben zu wissen, wie es ist, mit 13 vergewaltigt zu werden.“ Quentin Tarantino äußerte sich unterdessen nicht zu der Thematisierung des Gesprächs mit Howard Stern. Gleichzeitig wurden neue Schikane-Vorwürfe von Diane Kruger bekannt.

NBC NewsWire NBCU Photo Bank via Getty Images

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