Vor dem Finale: Cast & Crew von ‚Breaking Bad‘ im ROLLING-STONE-Interview. Teil 3: Dean Norris


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Keine Sorge: Wir spoilern nicht!

Mehr als 20.000 Zuschauer haben auf imdb allein „Ozymandias“, der drittletzten Folge der finalen Staffel von „Breaking Bad“, die Rekord-Note 10/10 gegeben. Wann hatte zuletzt eine Serie die Menschen so einhellig begeistert? Eine Geschichte, die so glaubhaft wie keine zuvor die Wandlung seines Protagonisten schildert: Wer ist Walter White, wer steckt in ihm, ist das schon Heisenberg, ist das nur Walt? Ist es als Zuschauer okay, sich auf die Seite dieses Ex-Lehrers zu stellen, der Crystal Meth kocht um seine Familie zu ernähren und dabei den Tod eines Kindes in Kauf nimmt?

Am 29. September wird nun die letzte Episode von „Breaking Bad“ ausgestrahlt. Die Macher und Schauspieler von „Breaking Bad“, darunter Bryan Cranston, Aaron Paul, Vince Gilligan und Dean Norris, stellten sich dem US-ROLLING-STONE-Kollegen Rob Tannenbaum für Interviews zur Verfügung.

Im zweiten Teil der Reihe „Letzte Worte für ROLLING STONE vor dem Finale: Cast & Crew von ‚Breaking Bad‘ im Interview“ spricht Dean Norris über seine Figur des Hank „I’m ASAC Schrader and you can fuck yourself“ Schrader.

Dean Norris: „Walt ist ein Psychopath“.

Ist Hank die einzige Hauptfigur der Serie, die sich nicht zum Bösen wandelt („Breaking Bad“)?
Norris: Absolut. Das ist ein wichtiger Punkt. Aber auch Jesse Pinkman ist auf seine Weise ein moralischer Mittelpunkt der Serie. Ich liebe Jesse, weil er ein gebrochenes Kind ist, der von seinem „bösen Vater“ auf den falschen Pfad geleitet wurde.

Wenn Sie die einzelnen Episoden sehen – sind Sie dann für oder gegen Walt?
Norris: Ich liebe es mir seine Figur anzusehen, aber ich würde mich niemals auf seine Seite schlagen. Ich finde es erstaunlich, dass jemand sich auf die Seite dieses kranken, undurchsichtigen Kindsmörders schlagen könnte. Meth zu kochen ist die eine Sache  – aber als ich sah, wie er Jane sterben ließ, hat das meine Meinung über Walt geändert. Und dann vergiftete er diesen kleinen Jungen. Ich dachte: „Oh, der Typ muss jetzt weg.“ 

Was halten Sie von dieser Theorie: Die meisten von uns sind im Alltag wie Skyler oder Jesse, vielleicht wie Hank. In erster Linie ziemlich anständig. Aber wir träumen davon wie Walt zu sein.
Norris: Das stimmt. Ein klassisches Anti-Hero-Ding. Die „Sopranos“ hatten da den Anfang gemacht. Wir träumen davon die Kraft und den Mut zu haben rücksichtslos zu sein, zu machen, was wir wollen. Das kann ich nachvollziehen. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob Tony Soprano jemals ein Kind getötet hatte. So was ist psychopathisch. Die Leute übersehen das. Aber wenn ich jemanden daran erinnere, heißt es: „Ach ja, stimmt, das gab es in ‚Breaking Bad‘ auch!“