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Kritik „Breaking Bad – El Camino“: Verpasste Chance – nichts Neues von Jesse

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Die Rezension enthält Spoiler.

Am Ende der letzten „Breaking Bad“-Folge von 2013 fuhr Jesse Pinkman (Aaron Paul), der Gefangenschaft entkommen, in die Nacht, erleichtert, jubilierend, aber einer ungewissen Zukunft entgegen. Am nächsten Tag schon ist er in Alaska. Erleichtert, und noch immer auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft.

Nein, ganz so einfach ist es für den ehemaligen Meth-Dealer natürlich nicht gelaufen. Zwischen den Stationen New Mexico und Alaska liegt eine Kette von Ereignissen, liegen mehrere Tage, und dies erzählt der neue Netflix-Film „El Camino“. Es wurde leider jedoch nicht die Geschichte, die man sich nach sechs Jahren Pause gewünscht hätte. Jesse befand sich damals ja schon in Freiheit. Er hätte einfach nur das Gaspedal durchdrücken müssen, die Enden von „Breaking Bad“ und „El Camino“ als einzige lange Autofahrt gezeigt werden können. Wer hätte Jesse schon gestoppt?

„Breaking Bad – El Camino“: Keine neuen Ideen zu Jesse Pinkman

Eine neue „Breaking Bad“-Story hätte besser sechs Jahre später angesetzt, anstatt zu rekonstruieren, welchen Problemen sich Jesse hat stellen müssen, und von denen wir gar nicht wussten, auch nicht wissen wollten, dass sie sich nach seinem Ausbruch noch ergeben würden. Der Held hatte es doch geschafft. Es ist doch klar, dass die Bullen ihn niemals kriegen würden.

Besser wäre gewesen: Was macht Pinkman heute? Lebt er unter falscher Identität, hat er einen Job, Geld? Wie weit läuft die Fahndung nach ihm? Welche Alpträume plagen ihn? Lebt er noch in Angst? Versucht er wieder Kontakt zu seiner Familie, seinen Kumpels aufzunehmen. Das wäre die Story. Sicher auch die Story, die alle weitergesponnen haben, die nach Ende des einmaligen Serienereignisses „Breaking Bad“ einfach nicht von Jesse lassen konnten. Und er fährt und fährt und fährt.

„El Camino“ erweckt den Eindruck, als wäre man in Produktionssitzungen zum Schluss gekommen, dass mit dem Ende von „Breaking Bad“ und dem Tode Walter Whites (Bryan Cranston) auch Jesse Pinkman zum Ende kommen muss. Als sei Serien-Chef Vince Gilligan nichts mehr zu Jesses Zukunft eingefallen. Weil ihm eine eigene Geschichte anscheinend nicht zugetraut wurde, gliedert sich „El Camino“ wie ein Konsolenspiel, in dem der Geflüchtete in verschiedenen Levels verschiedene Gadgets (Geld, Waffen, Auto) ergattern und ungebetenen Komplizen helfen (Leichen wegschaffen) muss, um die nächste Stufe zu erreichen.



Neuer Charlie-Kaufman-Film „I’m Thinking Of Ending Things“ ab September auf Netflix

Der US-amerikanische Drehbuchautor und Filmregisseur Charlie Kaufmann wird seinen neuen Film „I’m Thinking Of Ending Things“ am 04. September 2020 auf Netflix veröffentlichen. Das gab Netflix kürzlich auf Twitter bekannt.  https://twitter.com/NetflixFilm/status/1278389519683747840?s=20 Mit seinem neusten Projekt knüpft der 61-Jährige an den gleichnamigen Roman des Autors Ian Reid an. Auf Netflix wird der Film als ein „unerwarteter Umweg“ beschrieben, der den „Roadtrip eines Paares in eine beängstigende Reise durch deren zerbrechliche Psyche“ verwandelt. Zu dem Cast des Films zählen unter anderem die Schauspieler*innen Jessie Buckley, Jesse Plemons, Toni Collette und David Thewlis. Am 4. September 2020 soll „I’m Thinking Of Ending Things“…
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