Weinender Xavier Naidoo: Entführungssekte, Kannibalismus, Ritualmorde


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Immer wieder Verwunderung über Xavier Naidoo. Diesmal sorgt der Sänger, Verschwörungstheoretiker und selbsternannte „Rassist“ mit einem seltsamen Video zum Thema Kinderhandel und Ritualmord für Aufsehen. Wobei Naidoo diesmal weniger spricht, als dass er weint: Das knapp fünfminütige Video, das auf dem YouTube-Kanal einer bekannten Gruppe von Verschwörungstheoretikern veröffentlicht wurde und auf den 2. April 2020 datiert ist, zeigt Naidoo sichtlich aufgelöst und weinend – die Facebook-Seite „GenFM“ berichtete über die Hintergründe zum Video.

Worüber Naidoo weint

„Wenn ich’s richtig verstehe, werden in diesen Momenten in verschiedenen Ländern der Erde Kinder aus den Händen pädophiler Netzwerke befreit. Aber nicht so, wie ihr denkt“, erklärt in dem Video Naidoo – akustisch eher schwer verständlich – nach mehreren Minuten, in denen er um Fassung ringt. Dann empfiehlt er seinen Zusehern, sich über das Thema „Adrenochrom“ zu informieren – mit dem Nachsatz: „Wenn ihr das ertragen könnt“.

Krude Theorie

Mit Adrenochrom meint Naidoo allerdings nicht das biologisch und empirisch nachweisbare Nebenprodukt von Adrenalin – sondern bezieht sich auf eine krude Verschwörungstheorie über eine Sekte, die Kinder entführen, missbrauchen, und ihr Blut als Droge und Anti-Aging-Produkt nutzen soll. Außerdem sollen die Kinder an Organhändler verkauft und für Kannibalismuszwecke getötet werden.

Verschwörungstheoretiker, die an die Machenschaften der Adrenochrom-Vereinigung glauben (der etliche Prominente der Weltpolitik und des Showgeschäfts angehören sollen – kurz: der „Elite“), sprechen von einer „wahren Kindesentführungsepidemie“. Eine Google-Recherche zu diesem Phänomen führt zu allerlei abenteuerlichen, aber wenig überraschend als faktisch belegbar dargestellten Theorien.

Immer wieder taucht auch bei derartigen Beschuldigungen auch jener Antisemitismus auf, der charakteristisch für einen Großteil dieser Verschwörungstheorien (Stichworte: „Weltkapital, Judentum, Geheimvereinigungen“) ist.

Zweites Video aufgetaucht

Wie „GenFM“ berichtet, erklärte der YouTuber Oliver Janich, Naidoo habe ihm das Video am 1. April 2020 zugespielt. In einem zweiten Video erklärt Naidoo den Grund seines Emotionsausbruchs – und erklärt, dass „weltweit Dinge passieren“, die ihn hoffen ließen. „Ich muss dazu sagen, ich bin deshalb so emotional, weil ich seit 24 Jahren da etwas vermute. Und 2007 mir ein Augenzeuge, ein Soldat … von so ’ner Sondereinheit, Amerikaner, der hat mir das näher geschildert. Also der hat das als Kind anscheinend selbst mitbekommen … hat mir das sehr, sehr, sehr überzeugend geschildert. Und deswegen war ich mir dann eben sicher, dass ich mit dem Erlebnis, das ich 96 hatte, als ich durch die Stadt Charleroi gefahren bin, wo ich einfach gespürt hab, dass da etwas nicht stimmt. Konnt meinen Finger aber nicht drauf … Eine Woche später habe ich dann erfahren, dass dieser Dutroux in Charleroi Kinder entführt hat, und so langsam habe ich das Puzzle zusammensetzen können. Natürlich viele Jahre und viele Nachforschungen gebraucht. Und jetzt im Moment sind, glaube ich, ein paar Aktionen weltweit gestartet worden, die mich hoffen lassen, dass das jetzt ein Ende nimmt. Denn das ist eine Industrie. Das ist eine Riesen-Industrie. Ja, die Kinder foltert, mordet und das hat mich gestern noch einmal sehr mitgenommen zu hören, dass das jetzt ein Ende hat endlich. Deswegen: Mir geht’s gut. Ich bin sehr glücklich. Und macht euch keine Sorgen um mich, sondern um die Kinder, die gerettet werden. […]“, zitiert die Facebook-Seite den Sänger.



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