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„You Are Wanted“: Matthias Schweighöfer über die erste deutsche Amazon-Originalserie

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„You Are Wanted“: Matthias Schweighöfer über die erste deutsche Amazon-Originalserie

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Bei deinen Filmen hast du ja schon mehrfach neben der Hauptrolle auch die Regie übernommen. Nun handelt es sich bei You Are Wanted” um ein großes Serienprojekt. Wie war diese Doppelfunktion da für dich?

Es war ein Haufen Arbeit, ein Riesenhaufen; ein großer Berg, der erklommen werden musste. Bei einem Kinofilm haben wir meistens zwischen 38 und 42 Drehtagen; „You Are Wanted” hatte 52 Drehtage für sechs Folgen, also im Prinzip für drei Kinofilme. Wenn wir einen Kinofilm drehen, mach ich so zwischen 38 und 45 Einstellungen am Tag. Hier haben wir meistens um die 80 oder 90 Einstellungen am Tag gedreht. Nach dem Dreh bin ich erstmal in den Urlaub gefahren. Das war wirklich sehr anstrengend. Es hat aber auch großen Spaß gemacht! Es war ein größerer Sandkasten diesmal, in dem wir spielen konnten. Man musste abends nur duschen gehen, es war wirklich schweißtreibend. Sollte es eine zweite Staffel geben, würde ich mir etwas mehr Zeit nehmen.

Du bist als Regisseur bisher nur für komödiantische Projekte bekannt. Hast du dich diesem Thriller-Stoff nun anders genähert?

Ich komme ja eigentlich aus der total ernsten Arthouse-Ecke und habe dann, als ich meine Firma gegründet habe, erst einmal angefangen, Komödien zu machen, um mir dann schließlich mehr Experimente leisten zu können. Mit „You Are Wanted” trete ich nun also gewissermaßen wieder in die alten Fußstapfen. Es hat total Spaß gemacht, ernst zu sein, etwas Spannendes zu machen, die Filmwelt noch einmal neu zu entdecken.

Wirst du zukünftig erst einmal bei ernsten Stoffen bleiben?

Das kommt ganz darauf an. Wenn ich wieder einen lustigen Film angeboten bekomme oder einen guten Stoff habe, der wirklich lustig ist und es sich wirklich lohnt, etwas Lustiges zu machen, dann mach ich auch das wieder gerne. Es kommt wirklich auf die Stoffe an.

Was hat dich denn an You Are Wanted” vor allem interessiert? Es werden ja sehr relevante Themen behandelt, es geht um Überwachung, Vernetzung, digitale Identitäten…

Dass wir mittlerweile in einer Zeit leben, in der du für alle einsehbar bist, in der Identitäten verfälscht oder ausgetauscht werden können, das hat mich fasziniert. Jemand kann einen digitalen Zwilling von dir kreieren und der kann dann auch echt böse sein, und du kannst nichts dagegen tun.

Das ist düster.

Das ist düster.

Du hast ja ein illustres Ensemble besetzt. Wonach hast du deine Ko-Stars ausgewählt?

Karo Herfurth wollte ich unbedingt haben, weil wir noch nie zusammen gedreht haben und ich unbedingt mal mit ihr spielen wollte. Beim Casting für die Rolle war sie fantastisch. Alexandra [Maria Lara] stand sowieso schon fest, Tom Beck auch. Ich brauchte Leute, bei denen ich wusste: Okay, die vertrauen mir, die gehen mit mir diese Reise – ich hasse das Wort, aber es stimmt –, die gehen mit mir dieses Stück, und der Amok, der auf die wartet, den werden die trotz Stress wegstecken und gut spielen. Das wichtigste war, dass die stressresistent und stabil waren.

Es ist zurzeit ja von der Ära des Qualitätsfernsehens die Rede. Viele halten Serien-Erzählungen dem Kino überlegen. Siehst du das auch so?

Du kannst natürlich ganz andere Sachen ausprobieren als im Kino. Dass die Serien so einen Vormarsch nehmen – und die sind ja vor allem genauso gedreht wie Kinoproduktionen –, das ist schon sehr spannend. Mal gucken, was da noch passiert. Für mich bleibt das Kino aber immer noch die Königsdisziplin.

Einen Oscar würde ich gerne kriegen. Und einmal in Cannes die Goldene Palme, und danach Austernessen, mit Weißwein, das wär toll. Mit Jacques Audiard

Schaust du gerade eine Serie?

Gerade bin ich ein großer Fan von „The OA” mit Brit Marling, eine tolle Serie. Und „The Man in the High Castle” finde ich auch Knaller.

Und jetzt bist du selbst mit You Are Wanted” auf Amazon Prime und kannst das gewissermaßen von der Bucket List streichen. Was wäre denn noch auf der drauf?

Einen Oscar würde ich gerne kriegen. [lacht] Und einmal in Cannes die Goldene Palme, und danach Austernessen, mit Weißwein, das wär toll. Mit Jacques Audiard.

Bist ja noch jung.

Ja, toi toi toi. Noch ist alles drin.

Du drehst zurzeit mit Til Schweiger, habe ich gelesen.

Wir drehen gerade einen Film, der heißt „Hot Dog”. Es geht um zwei Objektschützer, Til und mich, die jemanden beschützen müssen, aber sich so doof anstellen, dass das Objekt entführt wird und sie es dann wieder nach Hause kriegen müssen. Die beiden hassen sich natürlich wie die Pest. Das wird auf jeden Fall sehr amüsant.

„You Are Wanted” ist das erste deutsche Amazon Original, produziert von PANTALEON Films GmbH und Warner Bros. Entertainment GmbH und Warner Bros. International Television Production Deutschland GmbH. Die Serie startet am 17. März.

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