Alles außer Disney: 10 Animationsfilme, die Sie gesehen haben sollten

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Alles außer Disney: 10 Animationsfilme, die Sie gesehen haben sollten

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Princess (2006)

Anders Morgenthalers Zeichentrickfilm-Erzählung über die Porno-Industrie (!) und einen Missionar, der seine fünf-jährige Nichte aus dem Sexfilm-Umfeld retten will, ist nichts für schwache Nerven. Der zuweilen etwas stumpf moralisch argumentierende Streifen im Stil eines japanischen Animes berichtet explizit von emotionalem und sexuellem Missbrauch und mischt Real- und Animationsfilmsequenzen zu einem bösen Rachethriller. Verstörend schon wegen des rabiaten Kontrasts zwischen riesengroßen Kinderaugen und häufig fließendem Blut.

Perfect Blue (1997)

Sie haben sich immer schon gefragt, wo Darren Aronofsky seine geniale Idee für „Black Swan“ her hat? Nun, möglicherweise hat er sich mehr als einmal „Perfect Blue“ des 2010 verstorbenen japanischen Animationsfilmers Satoshi Kon angeschaut. Der Film, ein vertracktes Spiel mit den Erwartungen der Zuschauer, handelt von der Popsängerin Mima Kirigoe, die ihre Girl-Group CHAM verlässt, um eine Solo-Karriere im Filmbusiness zu starten. Sie spielt zunächst in der TV-Serie ‘Double Bind’ (eine von vielen Anspielungen auf den Vexierspiel-Charakter des Stoffes) mit und scheint damit ihr Glück gefunden zu haben. Doch plötzlich sieht sie sich von einem Stalker verfolgt, muss ihre intimsten Gedanken im Internet lesen und Vergewaltigungsszenen drehen. Der rätselhafte Plot mündet in eine geschickte Reflexion über Schein und Sein und steht in der Spannungsdramaturgie keinem Hitchcock nach.

Wenn der Wind weht (1986)

Angelehnt an den Comic „Strahlende Zeiten“ von Raymond Briggs, zeigt „Wenn der Wind weht“ in erschreckend ruhigen und geradezu naiv gezeichneten Bildern ein Paar, das nach einem Atombombenangriff versucht, sich vor der drohenden Verstrahlung zu schützen. Sowohl ein Aufklärungsfilm über ein zu der Zeit durchaus mögliches Schreckensszenario als auch eine intime Studie eines sich liebenden Paares, das mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert wird. Mehr als einmal möchte man die Figuren schütteln, dass sie die konfusen Sicherheitshinweise der Regierung, denen sie blind folgen, ignorieren.

Das Geheimnis von Kells (2009)

Der irische Animationskünstler Tomm Moore gehört längst zu den innovativsten Verfechtern seines Genres im europäischen Kino. Zuletzt kam sein bezaubernder Geniestreich „Song Of The Sea“ auf die Leinwand. Natürlich soll das „Das Geheimnis von Kells“ durch seine strahlend-bunten Zeichnungen ein junges Publikum ansprechen, doch die fabelhafte Spiegelung keltischer Mythen ist so fabuliermächtig und anspielungsreich, dass sie wohl eher an ein erwachsenes Publikum gerichtet scheint, das die Referenzen zu verstehen weiß. Im Mittelpunkt der Story steht der junge Brendan, der die sicheren Tore eines Klosters im 9. Jahrhundert verlässt und im angrenzenden Wald einige abenteuerliche Prüfungen mit Fabelwesen zu bestehen hat und letztlich mit der Ankunft gewalttätiger Wikinger konfrontiert wird.

Aufstand der Tiere – Animal Farm (1954)

Kongeniale Umsetzung der Fabel von George Orwell mit prächtigen Animationen. Nachdem Bauer Jones angetrunken auf sein Gut zurückgekehrt ist, ruft Old Major, der alte Eber, kurz vor seinem Ableben alle Tiere zusammen und zettelt eine Revolution an. Unter Führung seiner Nachfolger Napoleon und Snowball vertreiben sie den Bauern und bewirtschaften die Farm für sich, denn “alle Tiere sind gleich”. Die satirische Tiefenschärfe und politische Dimension der Vorlage wird recht gut transportiert, zugleich rührt das Schicksal der Tiere zu Tränen.

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