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Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Alphaville – „Forever Young“


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Gecovert wurde „Forever Young“ von Alphaville offensichtlich von jedem, der sich traute – von Axel Rudi Pell über Karel Gott bis zu Jay-Z. Doch nur Marian Gold sang es wie ein verstörter Engel.

Die Hymne auf die ewige Jugend ist geprägt von der Angst – vor dem Tod, vorm Alter, vor allem eigentlich. „It’s so hard to get old without a cause/ I don’t want to perish like a fading horse“, radebrecht Gold, als ahnte er schon, dass alles böse enden werde. Ein perfekt komponierter und arrangierter Song.

Gleich die erste Single wurde weltweit ein Hit

Tatsächlich nannten sich Gold und die Keyboarder Bernhard Lloyd und Frank Mertens zunächst sogar Forever Young, bis sie sich 1983 ihren neuen Bandnamen von Jean-Luc Godards Film „Alphaville“ entliehen. Gleich ihre erste Single, „Big In Japan“, wurde ein Welthit, auch die folgenden Singles, „Sounds Like A Melody“ und „ Forever Young“, liefen prächtig.

Alphaville passten genau in die Zeit: Sie hatten den schönsten, schwelgerischsten Synth-Pop, und Gold schwankte mit seiner hohen, im Bedarfsfall überkippenden Stimme immer zwischen Hedonismus und Paranoia, er erzählte von Atombomben und Exzessen.

Doch keine zwei Jahre später war es schon wieder vorbei mit der großen Sause. Mertens verließ Alphaville, das zweite Album, „Afternoons In Utopia“, war nur ein kleiner Erfolg, sie experimentierten mit Klassik und Theater, aber es half alles nichts.

Neustart gelang nicht

2007 versuchte Gold mit neuen Musikern, aber unter dem alten Namen einen Neustart, zerstritt sich allerdings mit der Plattenfirma. „Catching Rays On Giant“ erschien dann erst 2010 und kam zumindest in die deutschen Top Ten – was immer das heutzutage bedeutet.

Gold wirkt inzwischen vielleicht verbittert, er ist allerdings auch einer der wenigen Menschen im Musikgeschäft, die ehrlich zugeben, dass sie praktisch alles tun würden, um dem Publikum zu gefallen. 1994 nannten sie ein Album schlicht „ Prostitute“.