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Darum bekam der Vater des Karaoke keinen Cent für seine Erfindung


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Daisuke Inoue ist der Erfinder des Karaoke – und trotzdem kein Millionär. Anfang der 1970er-Jahre entwickelte er die erste Karaoke-Maschine der Welt und verlieh diese zunächst an Bars in Kōbe, Osaka und Tokio. Seine Erfindung ließ der heute 70-Jährige nicht patentieren. Lieber wollte er der Welt das Singen lehren.

Karaoke singen macht (die meisten) glücklich.
Karaoke singen macht (die meisten) glücklich.

Als junger Mann arbeitete Inoue in Bars in Kōbe. Nicht etwa als Barkeeper, sondern als Schlagzeuger, der dafür bekannt war, eher falsch als richtig zu spielen. Zu Gast waren viele Geschäftsmänner, die zu Inoues verquere Rhythmen singen wollten. Ziemlich schief, versteht sich von selbst. Inoues Partyspiel war beliebt. So beliebt, dass einer der begeisterten Unternehmer Inoue bat, ihn auf seiner Geschäftsreise zu begleiten. Dieser konnte allerdings nicht und gab ihm stattdessen ein Tape mit der Begleitmusik mit.

Aus einer netten Geste wurde die erste Karaoke-Maschine der Welt: Inoue nannte sie „8-Juke“. Ganze acht Background-Songs enthielt die Box. Seine Erfindung wurde zum Hit und Karaoke zum weltweiten Party-Phänomen. Inoue hingegen geriet immer mehr in Vergessenheit und verdiente praktisch nichts an seiner Idee.

Daisuke Inoue, Träger des Ig-Friedensnobelpreises

Erst Ende der 90er tauchte Inoue wieder auf. Ein Team aus Singapur forschte auf den Spuren des Karaoke und spürte den Erfinder auf. Das amerikanische Nachrichtenmagazin „Time“ reagierte und würdigte Inoue als einen der einflussreichsten Asiaten seines Jahrhunderts. Nur wenige Jahre später nahm er den Ig-Friedensnobelpreis entgegen. Was das ist? Der Ig-Nobelpreis wird seit 1991 verliehen und gilt als satirische Auszeichnung für Errungenschaften, die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“. Neben Daisuke Inoue erhielt beispielsweise der Brite James Heathcote eine Auszeichnung für seine Untersuchungen zum Thema große Ohren bei alten Männern; im vergangenen Jahr gingen mehrere Forscher*innen mit dem Ig-Physiknobelpreis nach Hause, weil sie sich mit der Frage beschäftigten, weshalb Wombats würfelförmigen Kot absetzen.

Daisuke Inoue neben seiner Auszeichnung.
Daisuke Inoue neben seiner Auszeichnung.

Diese Forschungsthemen bringen viele auf den ersten Blick zum Schmunzeln, haben jedoch alle ihre Berechtigung. Auch Karaoke, japanisch für „leeres Orchester“, erfüllt bei näherem Hinschauen einen tieferen Sinn. Und zwar lernen Singbegeisterte sich auf unerwartete, meist unbewusste Weise gegenseitig zu tolerieren. Egal wie schief die Stimme, egal wie sehr aus dem Takt. Daisuke Inoue hat erreicht, was es zu erreichen gibt: Lachende Gesichter, die für die Dauer eines Songs ihre Alltagssorgen vergessen können.

Anna Earl Unsplash
YOSHIKAZU TSUNO Getty Images

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