David Bowies Produzent dachte, dass „Hunky Dory“ ein Flop wird


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Nachdem er zuvor bereits als Studiotechniker unter anderem mit David Bowie, den Beatles und Elton John gearbeitet hatte, erhielt Ken Scott 1971 mit „Hunky Dory“ seinen allerersten, wahrhaftigen Produktionsauftrag als Musikproduzent. Dass die Zusammenarbeit mit Bowie solch ein riesiger Erfolg werden würde, hätte er jedoch niemals gedacht. Anfangs erwartete Scott, dass „Hunky Dory“ ein kompletter Flop werden würde.

„Wusste ich, dass Bowie ein Superstar werden würde? Niemals“

Musikproduzent Ken Scott verriet erstmalig in einem Interview mit „Classic Album Sundays“ (via Mojo), dass er anfangs nicht an Bowies Erfolg geglaubt habe. So gibt Scott zu: „Wusste ich, dass Bowie ein Superstar werden würde? Niemals“. Der Gedanke, dass die Platte genau so scheitern würde wie sein Vorgänger „The Man Who Sold the World“, sei für ihn damals jedoch überhaupt kein Problem gewesen. Ganz im Gegenteil, es habe den Druck genommen und ihm Mut gemacht: „Ich dachte: ,Endlich kann ich Fehler machen, denn niemand wird dieses Album hören.‘“

Nach dem ersten Treffen mit David Bowie änderte sich alles

Nach seinem ersten Treffen mit David Bowie änderte sich jedoch seine Sicht auf die Dinge: „Er zeigte mir die Demos und mir wurde klar, dass in ihm so viel mehr steckt und dass das ein Riesenerfolg werden würde. Und ich war wieder wie versteinert.“ Diese Erkenntnis bestätigte sich dann auch, als sie mit den Aufnahmen begannen. So war Ken Scott schwer beeindruckt von der Arbeitsweise Bowies: „Er war der beste Sänger im Studio, mit dem ich je gearbeitet habe“, sagte er. „Von den vier Alben, die ich mit ihm co-produziert habe, sind 95 Prozent der Vocals der erste Take; er hat es einmal gemacht und das ist das, was man heute hört.“

„Hunky Dory“ ist mehr als nur musikalische Perfektion

Doch nicht nur Bowies musikalisches Performance-Talent macht die Platte zu etwas ganz Besonderem, wie Scott anmerkt. Es seien auch die Gedanken und das Konzept hinter dem Werk. Von den Beatles inspiriert, war es schon damals Bowies Anliegen, dass sein Album ein „eindringlicher Hörgenuss“ ist. „Die Beatles haben die Entstehung eines Albums zu einer Kunstform gemacht. Es war nicht nur ein Haufen einzelner Songs. Sie haben sie zu einem Gesamtpaket zusammengefügt und das haben wir fortgesetzt. Und das ist eine der Sachen bei „Hunky Dory“. Es ist als Gesamtpaket gedacht, nicht nur als ein Haufen Songs“, beschreibt Scott. Der Produzent meint, dass „Hunky Dory“ das Paradebeispiel für ein immersives, ganzheitliches, musikalisches Kunstwerk sei.

In einem Interview mit ROLLING STONE verriet Scott, dass in dem selben Zeitraum bereits die Aufnahmen zu „Ziggy Stardust“ entstanden seien. Demnach gingen sie dafür ins Studio, noch bevor „Hunky Dory“ 1971 veröffentlicht wurde.