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Die Toten Hosen: 10 Dinge, die Sie über die Band garantiert noch nicht wussten

1. Der Kampf gegen den Krebs

Die Auseinandersetzung mit der Krankheit ist für Die Toten Hosen ein ständiger Begleiter. Zahlreiche ihrer Weggefährten sind über die Jahre daran verstorben, so auch Wolfgang Rohde, besser bekannt als Wölli. Der langjährige Schlagzeuger der Band erlag 2016 den Folgen von Nierenkrebs.

Insbesondere Campino verarbeitete seine Erfahrungen in der Musik der Toten Hosen. Er schrieb das Lied „Nur zu Besuch“ nach dem Tod seiner Mutter. Der Song wurde als Single des 2002er-Albums „Auswärtsspiel“ veröffentlicht. Sowohl Campinos Mutter als auch sein Vater verstarben beide an Darmkrebs. Der Frontmann der Toten Hosen macht sich infolgedessen öffentlich für Vorsorgeuntersuchungen stark.

2. Pushed Again

Der Song „Pushed Again“ entstand im Frühjahr 1997 unter dem Arbeitstitel „My Head“. Es sei ein Song über einen Mann, der sich bedrängt fühlt und mit dem Druck seiner Umwelt nicht fertig wird, so Campino. Bevor das Lied Anfang 1998 als Single veröffentlicht wurde, durchlief es allerdings noch eine Neugestaltung. Der Grund: Das 1000. Konzert der Toten Hosen im Düsseldorfer Rheinstadion.

Kooperation

Am 28. Juni starb die sechzehnjährige Niederländerin Rieke Lax während des Konzertes im Publikum, was die Band zu einigen Monaten Auszeit veranlasste. Während dieser Zeit überarbeitete der Brite T.V. Smith den Text gemeinsam mit Campino. „Pushed Again“ ist seitdem Rieke Lax gewidmet.

3. Talent hin oder her

Bassist Andreas Meurer sei sich bis heute darüber bewusst, kein Virtuose an seinem Instrument zu sein. Zunächst arbeitete er als Roadie der Band ZK, eine Art Vorläufer der Toten Hosen mit Campino am Gesang und Andreas „Kuddel“ von Holst an der Gitarre. Nach dem Ende der Band 1982 war er Mitbegründer der Toten Hosen und lernte mehr schlecht als recht das Bassspielen. Erst auf zwei Saiten, dann auf dreien und schließlich auf vieren.

Ein natürlicheres Talent bringt er allerdings im Bereich des Merchandise mit. Bereits als Schüler brachte man ihm die Siebdruck-Technik bei, sodass er die ersten Band-Shirts der Toten Hosen im Keller seiner Eltern anfertigte. In den Folgejahren wurde das Merchandise gewissermaßen zu seinem Hoheitsgebiet. 2003 gründete Meurer mit der Designerin Susy Hertsch das Modelabel „Misprint“, von dem große Teile der Bühnenkleidung der Toten Hosen stammt.

Andreas Meurer

4. Was wäre wenn?

Campinos Familie ist von Juristen geprägt. Sein Bruder ist erfolgreicher Rechtsanwalt, der unter anderem am Insolvenzverfahren der Bank Lehman Brothers beteiligt war. Sein Vater war Richter und sein Großvater sogar Präsident des Bundesverwaltungsgerichtes. Campino als Richter in Robe? Schwer vorstellbar.

Michael „Breiti“ Breitkopf, Campinos alter Klassenkamerad und seit Gründung Gitarrist der Toten Hosen, hatte ursprünglich tatsächlich einen anderen Berufswunsch als den des Rockstars. Als Kind begeisterte er sich hauptsächlich für Sport und träumte davon, Fußballprofi zu werden. Nach einer Entzündung der Achillessehne schenkten ihm seine Eltern eine Gitarre und es kam anders.

Noch weiter weg vom Leben als Musiker schien jedoch die Laufbahn Vom Ritchies zu sein, der den Posten hinter dem Schlagzeug von Wolfgang Rohde übernahm. Der Brite ging brav aufs College, machte sein Diplom in Wirtschaftswissenschaften und arbeitete für ein Jahr bei einer Versicherung in London. In der Einsicht seiner wahren Leidenschaft kündigte er jedoch und schloß sich der Band Doctor & the Medics an.

5. Vom Roadie zum Mitglied

Ritchie setzte alles auf eine Karte und spielte während der späten 80er- und frühen 90er-Jahre in diversen Bands. 1991 lernte er seine zukünftigen Band-Kollegen kennen, da er in letzter Minute als Schlagzeuger bei The Yobs aka The Boys einsprang, die im Vorprogramm des Weihnachtskonzerts der Toten Hosen auftraten.

Vom Ritchie begann als Roadie der Band und begleitete die Düsseldorfer intensiv während der 90er. Als sich abzeichnete, dass Wolfgang „Wölli“ Rohde aufgrund mehrerer Bandscheibenvorfälle nicht länger als Schlagzeuger aktiv sein konnte, wurde der Engländer ab dem Album „Unsterblich“ festes Band-Mitglied.

Vom Ritchie

6. Ach du lieber Himmel!

„Eisgekühlter Bommerlunder“ war 1983 einer der ersten Achtungserfolge der Toten Hosen. Das Lied verschaffte ihnen einen Plattenvertrag bei der EMI und hievte die Band immer mehr ins Radio. 50.000 Mark standen für ein Video zum Song zur Verfügung, das von Wolfgang Büld in der Kirche St. Willibald in Jesenwang, nicht weit von Fürstenfeldbruck gedreht wurde. Eine stattliche Summe für eine Punk-Band.

Eine ausufernde Hochzeit inklusive einem trinkenden Priester, Obszönitäten und eine Menge Exzess erhitzte die Gemüter in der bayrischen Kleinstadt. Aufgrund der Proteste schaffte es der Clip nicht ins öffentlich-rechtliche Fernsehen, und man ließ die Kirche neu weihen.

7. Die Toten Hosen vs. EMI

Der Eklat um das Video zu „Eisgekühlter Bommerlunder“ war allerdings bei Weitem nicht der einzige Grund, weshalb den Verantwortlichen bei EMI Kopfschmerzen bereitet wurde. 1984 reisten Die Toten Hosen nach England, um einer Einladung der BBC zu folgen. Die durch die Band verursachten Reisekosten in immenser Höhe trafen bei der Plattenfirma auf wenig Zustimmung.

Darüber hinaus provozierte Nobert Hähnel als Heino-Imitator im Vorprogramm der Toten Hosen weiteren Ärger. Die EMI zählte auch Heino zu ihren Künstlern, der im Folgenden eine einstweilige Verfügung gegen Hähnel durchsetzte. Man wechselte das Label und brachte das zweite Album „Unter falscher Flagge“ beim Konkurrenten Virgin Records heraus. Auf dem Cover war ein Hundegerippe zu sehen, das vor einem Grammophon sitzt. EMI verstand dies als Anspielung auf ihr Firmen-Markenzeichen, ein vor einem Grammphon sitzender Hund, und setzte ebenfalls rechtliche Mittel gegen die Verwendung dieser Version ein.

8. Ronald Biggs

Der Postzugraub bei Ledburn 1963 gehört zu den spektakulärsten Kriminalfällen der britischen Geschichte. Eine Bande Gangster erbeutete 2,63 Millionen Pfund, jedoch wurden 13 Räuber verhaftet und verurteilt. Einer von ihnen war Ronald Biggs, dem kurz nach seinem Haftantritt die Flucht aus dem Gefängnis gelang. Eine Gesichtsoperation in Paris und viele tausend Kilometer später landete er in Rio. Da er ein Kind von einer Brasilianerin erwartete, wurde er nicht abgeschoben und verbrachte viele Jahre an der Copacabana.

Die Toten Hosen schmiedeten den Plan, Biggs als Teil ihres ersten „Leaning English“-Albums zu gewinnen. Da schon die Sex Pistols mit dem zur Kultfigur gewordenen Engländer aufgenommen hatten, wollten es ihnen Die Toten Hosen gleichtun. Es gelang ihnen und es entstand der Song „Carnival in Rio“ sowie eine langjährige Freundschaft.

9. Ehrenbürger

Noch vor Brasilien ist Argentinien das Land in Südamerika, mit dem Die Toten Hosen die innigste Beziehung führen. „Wie ein gut eingespieltes Ehepaar, 25 Jahre zusammen“, sagte Campino über den Bund zwischen seiner Band und der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires anlässlich des Jubiläums ihrer ersten Argentinien-Reise. Durch einen Freund und viel Mund-Zu-Mund-Propaganda wurde der Grundstein für die Popularität der Toten Hosen in dem Land gelegt, das nach dem Ende der Militärdiktatur 1983 eine lebendige Punk-Szene entwickelte. Der erste Auftritt ist nur über ein Vierteljahrhundert her und in keinem anderen Land außerhalb Europas hat die Band häufiger gespielt.

2012 erhob man die fünf Düsseldorfer sogar zu Ehrenbürgern der Stadt Buenos Aires – auf Initiative ihrer zahlreichen Fans. Einer der Gründe, weshalb Campino und Co. eine derartige Zuneigung in Argentinien erfahren, ist der Besuch im Jahr 2001. Das Land war vollkommen pleite und litt unter der Entwertung des argentinischen Pesos. Ausländische Künstler spielten keine Konzerte mehr, da sich nichts verdienen ließ – anders Die Toten Hosen mit Eintrittspreisen von umgerechnet 50 Pfennig.

10. Campino, der Journalist

Abgesehen von seiner Tätigkeit als Sänger der Toten Hosen, ist Campino noch in vielen anderen Funktionen in die Öffentlichkeit getreten. Viel besprochen wurde seine Rolle als Mackie Messer in Brechts Dreigroschenoper. Auch vor der Kamera wurde er als Schauspieler aktiv, genauer gesagt in Wim Wenders „Palermo Shooting“ von 2008.

Weniger bekannt sind dagegen seine Ausflüge als Journalist. 1994 interviewte er die damalige Jugendministerin Angela Merkel über ihre Erfahrungen mit Drogen und Popmusik. Weitere Hochkaräter wie Paul McCartney oder Joe Strummer führten Gespräche in diversen Medien mit ihm. Joey Ramone und Dick Manitoba interviewte er 1989 für den Musikexpress.

Florian Stangl
Florian Stangl

10 Dinge, die Sie über Rammstein garantiert noch nicht wussten

1. Echte Wunden Das Video zu „Rosenrot“ aus dem Jahr 2005 ist nicht nur irgendein Video. Eigentlich verbietet sich die Formulierung „irgendein Video“ für sämtliche Rammstein-Videos sowieso. Bei diesem Beispiel muss die Bedeutung des Wortes „Körpereinsatz“ allerdings neu definiert werden, was die Erzählung des Regisseurs Zoran Bihać verdeutlicht. Die Band hatte bereits bei den Clips für „Links 2, 3, 4“ und „Mein Teil“ mit ihm zusammengearbeitet. „Rosenrot“ setzte nochmals neue Maßstäbe. Die Mitglieder von Rammstein spielen eine Gruppe Mönche, die sich im Laufe der Erzählung selbst geißeln. So weit, so gut – normalerweise erledigt man die entstehenden Wunden mit Make-Up. Nichts besonderes an einem professionellen…
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