Elvis Presley: Waren „schlechte Gene“ die wahre Todesursache?


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Im August 1977 starb der gerade einmal 42-jährige Elvis Presley einen frühen Drogentod – zumindest ist das die Version der Ereignisse, die es in die Geschichtsbücher geschafft hat. In ihrem neuen Buch „Elvis: Destined to Die Young“ stellt Elvis-Biographin Sally Hoedel eine alternative Theorie auf.

Laut Hoedel seien die vielen gesundheitlichen Probleme Presleys vor allem darauf zurückzuführen, dass seine Großeltern Cousin und Cousine waren. So eine Verbindung innerhalb der Familie sei zu dieser Zeit durchaus gängig gewesen und habe vermutlich vor allem finanzielle Gründe gehabt. „Wenn wir die negative Konnotation mal beiseite schieben und uns auf die Konsequenzen konzentrieren, gibt es viel Wahrheit zu entdecken“, so Hoedel.

Krankheiten von Geburt an

So habe Elvis infolge des Inzests von Geburt an mit diversen Krankheiten zu kämpfen gehabt. Viele dieser Leiden – und womöglich sogar der Tod des Sängers selbst – seien später fälschlich mit dessen Drogenkonsum erklärt worden.

Elvis Presley, 1956
Kurz vor dem Durchbruch: Der damals 21-jährige Elvis im Jahr 1956

Hoedel gehe es letztlich auch darum, das öffentliche Bild der Rock’n’Roll-Legende gerade zu rücken. „Elvis wurde zu diesem Typen reduziert, der im Badezimmer an zu vielen Pillen gestorben ist“, erzählte die Autorin dem „Observer“. „Für einen Mann, der unser kulturelles Universum auf den Kopf gestellt hat, ist das nicht genug. Elvis war ein schwerkranker Mann, der seine Schwächen versteckte, um Konzerthallen zu füllen und seine Familie zu unterstützen.“

Der tatsächliche Drogenmissbrauch des Kings sei laut Hoedel weniger Realitätsflucht als vielmehr Überlebenskampf gewesen. „Es war hart, Elvis zu sein. Niemand war je so berühmt gewesen und niemand konnte ihm dabei helfen“, schreibt Hoedel. „Er versuchte einfach innerhalb seiner Realität zu funktionieren.“

Michael Ochs Archives