50 Jahre „Imagine“



Die 10 besten Cover-Versionen von John Lennons „Imagine“


von

1. SARAH VAUGHAN (1971)

Die göttliche Vaughan stellte dieses frühe Cover an den Anfang ihres Albums „A Time In My Life“. Sixties-Gospel-Soul-Grandezza (markige Bläser, Unisono-Querflöten) treffen auf eine toll spielende Seventies-Soul-Band. Darüber thront Vaughans vollmundiger Gesang. Die herrschaftliche Version.

2. NANA MOUSKOURI (1973)

Im Rahmen ihrer BBC-TV-Musikshow sang Nana Mouskouri „Imagine“ mit ihrer glockenhaften Stimme, die in englischer Sprache an das britische Folk-Revival erinnert. Sie ist ja die Sängerin der Sehnsucht! Die chromatische Pianofigur wird hier von einem griechisch klingenden Instrument übernommen. Eine gute Studioaufnahme gibt’s auf „Songs From Her TV Series“. Die brave Version.

3. RANDY CRAWFORD (1982)

Natürlich kann Randy Crawford ungefähr jedes Lied singen. Auch „Imagine“ überführt sie mit diesem als 7inch veröffentlichten Live-Cut in ihren sanften, freundlich lächelnden Smooth-Jazz-Soul. Einige Jahre später sang sie ein Duett mit Zucchero, als der im Kreml auftrat – da wurde es zu klebrig. Aber diese Aufnahme bleibt. Die schmusige Version.

4. NEIL YOUNG (2001)

Im Rahmen einer Spendengala für die Opfer der Anschläge des 11. September sang Young am Flügel zu barmenden Geigen. Er fügte dem Original – wohl sehr bewusst – nichts hinzu, sondern überbrachte schlicht die Botschaft, die der Anlass brauchte. Die traurige Version.

5. EVA CASSIDY (2002)

2002 erschien mit „Imagine“ eine von mehreren Sammlungen posthum veröffentlichter Lieder der Folk-Jazz-Wundersängerin aus Washington/D.C. Es gibt Aufnahmen von Cassidy, die noch zwingender sind als die von „Imagine“, doch schon ihr Mittelmaß genügt. Cassidy findet mit ihrem unfassbar sensiblen Gesang den emotionalen Kern des Songs. Die schönste Version.

6. A PERFECT CIRCLE (2004)

Hoffe, wenn du noch kannst! Die Post-Industrial-New-Metal-Prog-Rocker lassen aus der Fäulnis einer bösartigen und mörderischen Welt ein ganz anderes „Imagine“ emporsteigen: mit einer pointierten Düsternis, die auch dadurch spannend wird, dass die Amerikaner das Original clever reharmonisieren. Die mutigste Version.

7. MESHELL NDEGEOCELLO (2007)

Für das Album „Instant Karma: The Amnesty International Campaign To Save Darfur“ stellt die Bassistin, Songschreiberin und Sängerin eine Klangskulptur her, die das Original dekonstruiert und neu zusammensetzt. Ein monotoner, verzerrter Bass, ein hypnotischer (Sprech-)Gesang und schwebende Jazz-Harmonien. Die abstrakte Version.

8. WILLIE NELSON (2015)

Bei einem Konzert zu Lennons 75. Geburtstag spielte Nelson eine Fassung, durch die eine tolle amerikanische Sentimentalität schwingt. Schon acht Jahre vorher hatte er für das eben erwähnte „Save Darfur“-Album eine Aufnahme gemacht, aber diese hier ist besser. Die Outlaw-Version.

9. LADY GAGA (2015)

Bei der Eröffnung der Europaspiele in Baku saß Lady Gaga allein am blumenbedeckten Klavier und sang „Imagine“ erst so zurückhaltend, dass man es als Statement verstehen wollte: Die Hoffnung kommt still und leise. Aber dann drehte die Sängerin auf und interpretierte einige Strophen mit überbordender Sangeskraft. Die Operettenversion.

10. YOKO ONO (2018)

An dem Tag, an dem Lennon 78 Jahre alt geworden wäre, veröffentlichte Ono das Video einer mit Thomas Bartlett produzierten Bearbeitung, die zwischen Rezitativ und Gesang schwankt und genauso Lied ist wie Installation. Die Aufnahme erschien kurz darauf auf Onos Album „War Zone“. Die kunstfeinste Version.

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