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Michael Jacksons Familie fordert Untersuchungen wegen Interview mit Martin Bashir


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Michael Jacksons Neffe Taj Jackson hat eine Ermittlung bezüglich des Interviews seines Onkels mit dem Journalisten Martin Bashir gefordert. Laut ihm habe der Journalist Michael Jackson 2003 mit seinem Bericht „das Messer in den Rücken gerammt“.

Vorwürfe gegen Martin Bashir: Erschleichen von Aussagen durch „betrügerisches Verhalten“

Taj Jacksons Aufruf folgt den Anschuldigungen, die kürzlich gegen den britischen Journalisten Martin Bashir aufkamen. Eine unabhängig eingeleitete Untersuchung des Richters Lord Byron in der vorigen Woche deckte auf, dass Bashir sein berühmtes Interview mit Prinzessin Diana im Jahr 1995 mit „betrügerischem Verhalten“ erschlichen habe.

Die Ermittlung Dysons kam zu dem Schluss, dass Bashirs Verhalten, mit dem er sich das Interview gesichert habe, eine „schwerwiegende Verletzung“ der redaktionellen Richtlinien des BBC darstellte. Diese habe das Medien-Unternehmen jedoch gedeckt.

„Living with Michael Jackson“: Unethischer Journalismus?

Im Jahr 2003 zog Bashirs Dokumentation „Living with Michael Jackson“ international mediale Aufmerksamkeit auf sich. In der Dokumentation des Anbieters ITV begleitete er die Pop-Ikone über einen Zeitraum von acht Monaten.

Taj Jackson teilte auf seinem Twitter-Account einen Beitrag des „Hollywood Reporter“, der den Vorwurf des „betrügerischen Verhaltens“ Bashirs erläutert. Jackson sieht in der Dokumentation  über Michael Jackson eine der hauptsächlichen Ursachen, weshalb sich dessen gesundheitlicher Zustand nach dem Erscheinen der Dokumentation so sehr verschlechterte:

Bashirs manipuliertes Footage und sein unethischer Journalismus sind einige der Hauptgründe, weshalb mein Onkel Michael heute nicht mehr hier ist. Die Gerichtsverhandlung 2005 brach ihn. Schande über jene, die Bashir Deckung gaben. Schande über jene, die ihn entlohnten. Meine Familie verdient ebenfalls eine Untersuchung für den Fall und eine Entschuldigung.

Der Dokumentation folgten Vorwürfe des Kindesmissbrauchs

Die Dokumentation „Living with Michael Jackson“ erlangte vor allem Aufmerksamkeit dadurch, dass Jackson zugab sein Bett mit Jungen zuteilen, auch wenn er vehement darauf bestand, dass es keinerlei sexuelle Annäherungen gegeben habe. Monate später wurde Jackson des Kindesmissbrauchs angeklagt. Sieben Fälle soll die Klage beinhaltet haben, allerdings wurde diese 2005 fallengelassen und Jackson wurde von der Anklage freigesprochen.

In einem Interview mit „Good Morning Britain“ sagte Taj Jackson, sein Onkel sei „betrogen“ worden durch Bashirs Dokumentation: „Es ist der Aspekt des Hintergehens, du lässt jemanden in dein Leben und vertraust ihm. Mein Onkel fühlte sich sicher mit ihm, und auch sicher genug, dass er ihn im richtigen Licht darstellen würde. Mein Onkel sah ihn als Freund, und durch die Voiceovers und das Bearbeiten rammte Bashir ihm wirklich ein Messer in den Rücken.“

Taj Jackson: Bashir habe seinen Onkel in Verruf gebracht, als dieser sich gerade rehabilitieren wollte

Taj Jackson zeigt sich enttäuscht: „Ich hatte immer Vertrauen, dass Journalismus etwas bedeutet. Und an diesem Tag starb dieses Vertrauen. Dieser Mann wurde von meinem Onkel in sein Leben gelassen, vertrauensvoll … und dann zerstörte er mehr oder weniger seine Person, gerade als mein Onkel versuchte sich zu rehabilitieren.“

In einem Statement, das Position für Bashir bezieht, wird der Sachverhalt folgend verteidigt: „Das ITV Dokumentations-Team hat Michael Jackson mehr als acht Monate lang begleitet. Er unterschrieb zwei Verträge, die sowohl das Filmen als auch die Ausstrahlung erlaubten und Martin Bashir wurde stets von einem Produktions-Team begleitet. Infolge der Dokumentation wurde Mr. Jackson in den USA aufgrund von Vorwürfen, die einen minderjährigen Jungen betrafen, angeklagt. Es war das zweite Mal, dass Michael Jackson solchen Vorwürfen gegenüberstand. Er wurde in Kalifornien vor Gericht geführt und der Fall wurde abgeschlossen.“

Bashirs Verteidigung: Es gebe keinerlei Anschuldigungen in der Doku, nur Jacksons freiwillige Aussage

Ferner führte das Statement aus: „Martin Bashir lieferte keinerlei Beweise gegen ihn, abgesehen von den wenigen Minuten, in denen Mr. Jackson — freiwillig — darüber redet wie er mit einem Kind in einem Bett schläft. Der Film beinhaltet keinerlei Anschuldigungen des falschen Verhaltens. Zu suggerieren, die Dokumentation habe zu seinem Tod geführt, für den zudem sein Leibarzt der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen wurde, ist nicht wahrheitsgemäß.“

Michael Jackson, der im Jahr 2009 starb, äußerte sich nach dem Erscheinen des Films, er fühle sich „mehr betrogen als jemals in seinem Leben zuvor.“


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