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Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Oasis – „Heathen Chemistry“


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Oasis hatten unsere Geduld mit „Be Here Now“ und „Standing On The Shoulder Of Giants“ schon ein wenig strapaziert: zu aufgeblasen, zu wenige Hits, zu viel vom selben und zu wenig vom Guten. Und dann kündigte Noel Gal­lagher auch noch an, zu „Heathen Chemistry“ dürften alle Bandmitglieder Stücke beitragen, weil er zu faul war, immer die ganze Arbeit allein zu machen.

Mit Grauen erinnerte man sich an Liams ersten Versuch, ein Lied zu schreiben („Little James“), aber „Song­bird“ war schließlich gar nicht so schlimm, „Born On A Different Cloud“ auch passabel.

Noel Gallaghers Songwriting strahlt auch hier

Freilich bleiben es Noels Songs, die „Heathen Chemistry“ zu einem wirklich beachtlichen Album machen: „Force Of Nature“ ist genau das, „Stop Crying Your Heart Out“ ein Instant Classic, „She Is Love“ in seiner verknall­ten Sprachlosigkeit überraschend rührend.

Und im unwiderstehlichen „Little By Little“ bringt der alte Philosoph Noel das Geheimnis seiner Schaffenskraft genau auf den Punkt: „True perfection has to be imperfect/ I know that that sounds foolish, but it’s true.“


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Pearl Jam - „No Code“

Nicht schnell genug, nicht hymnisch genug. Aber vor allem: An die Stelle Grunge­typischer Nöte (Süchte, Missbrauch durch die Eltern, Unverstandensein) rückte eine fast schon meditative Betrachtung der Existenz. – „He’s alive but feels absolutely nothing/ So is he?“ Der Folk von „Who You Are“, der Identitätsproblemen einen versöhnlichen Ton entgegensetzt, war ihre erste lebensbejahende Single –und das nach vier Alben in sechs Jahren. Kritiker fanden das Album „inter­essant“, freundlich für „geht so“. Pearl Jam schauten mit „No Code“ bewusst nach vorn Und es ging mit einem drastischen Bedeutungsschwund bei Fans und jungen Erwachsenen einher. Sie vermissten Bodenhaftung bei Eddie Vedder,…
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