Pearl Jam spielen „Love Boat Captain“ für US-Präsident Donald Trump

Eddie Vedder ist bekanntermaßen kein Fan von Donald Trump – dessen „Null Toleranz“-Politik, die aktuell unter anderem dafür verantwortlich ist, dass an der mexikanischen Grenze etliche Kinder von ihren Familien getrennt werden, hat Pearl Jam nun bei ihrem Konzert in London dazu veranlasst, ein Zeichen in musikalischer Form zu setzen.

Vedder widmete dem US-Präsidenten in der Mitte des Sets einen Song. Mit „Love Boat Captain“ vom Album „Riot Act“ eine Wahl, die Hoffnung anstelle von Hass transportieren soll:

Is this just another day, this God forgotten place?
First comes love, then comes pain let the games begin,
Questions rise and answers fall, insurmountable / Love boat captain / Take the reigns and steer us towards the clear, here
It’s already been sung, but it can’t be said enough
All you need is love

Kooperation

Einen kleinen Seitenhieb gab es dann aber immerhin doch: „Ich möchte, dass er es hört, aber er hört ja keine Musik oder liest Bücher. Kann ihm das jemand twittern oder so? Für die Mütter und Väter und Kinder, die an der Grenze getrennt werden. Das ist nicht das Land, an das ich mich erinnere.“ Auch während des Songs ließ Vedder noch etwas Frust ab, indem er „Fuck you“ rief.

Den Moment hier sehen:

Neben Pearl Jam hat sich unter anderem auch Trent Reznor zur Lage in den USA geäußert. Der „Nine Inch Nails“-Frontmann beklagte sich in einem Interview mit der „New York Times“ unter anderem, dass sich „die Taylor Swifts dieser Welt“ nicht zu Wort melden würden, weil sie besorgt seien, welchen Einfluss das auf ihre Marke, ihre Zielgruppe, ihren Erfolg und ihre Karriere haben könnte.

Eddie Vedder: Stimme verloren

Für Eddie Vedder gilt nun aber erst einmal Schweigepflicht – allerdings nicht aus politischen Gründen. Der Musiker hat momentan seine Stimme verloren und muss sich schonen. Ein weiteres London-Konzert musste bereits abgesagt werden – ob seine gesundheitliche Verfassung auch Auswirkungen auf das Konzert in der Berliner Waldbühne haben wird, ist bisher noch nicht bekannt.

 


Robert Crumb rechnet mit dem hässlichen, rassistischen „Amerika“ ab

Robert Crumb ist nicht ohne Grund nach Frankreich emigriert, der „19th-Cen­tury Man“ (Crumb über Crumb) hat sich bewusst für die „Alte Welt“ entschieden – und gegen die hochindustrialisierten, durchkapitalisierten, hässlichen, rassistischen, gewalttätigen, vollends auf den Hund gekommenen USA. Wenn Crumb mit dem Zeichenstift über sein Land und seine Leute meditiert, dann trägt er von Anfang an eine gewaltige Hasslatte vor sich her. Die Gegenkultur liebt ihn für sein wütendes Zivilisa­tions-Bashing und das kulturkonservative Gemecker gegen einen Staat, der seine Bürger zu angepassten Konsumenten abrichten will – und übersieht dabei, dass er über „Losungen brüllende Radikale“, die „Alternativkultur der Jugend“ und ihren…
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