Freiwillige Filmkontrolle


Rage Against the Machine veröffentlichen Dokumentarfilm über Rassismus


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Nachdem „Killing In The Name“ bizzarerweise als Pro-Trump-Hymne missbraucht wurde, klären Rage Against The Machine nun über die düstere amerikanische Geschichte hinter ihrem 1991er Song auf: Anlässlich der weltweit, neu entfachten Anti-Rassismus-Bewegungen haben Rage Against The Machine ihren 15-minütigen Dokumentarfilm „Killing in Thy Name“ veröffentlicht.

Ein Ausbruch aus der Fiktion des Weiß-Seins

Für den Film arbeitete die Band mit dem internationalen Künstlerkollektiv The Ummah Chroma zusammen (was übersetzt „Gemeinschaften der Farben“ bedeutet). Die Dokumentation zeigt einen Lehrer, der seine jungen Schüler über die Geschichte der Sklaverei, des Rassismus und der Unterdrückung in den Vereinigten Staaten aufklärt. Die Mini-Doku zeigt auch Zitate von Historikern wie Howard Zinn und Live-Filmmaterial von Rage Against the Machine. In der Einleitung zu „Killing In Thy Name“ heißt es: „Folgendes basiert auf wahren Begebenheiten. Unser Ziel ist es, dass dieser Film eine Flucht aus der Geschichte des Weiß-Seins ist, und als Quelle der Erkenntnis dient. Denken Sie daran, die Kinder schauen immer zu.“

Rage Against The Machine über die politische Funktion von Musik

Das Bildmaterial wird immer wieder von der antikolonialistischen Hymne der Band, „Killing In The Name“, unterstützt, bis der Film schließlich am Ende mit der Aufnahme einer Live-Performance des Songs gekrönt wird. Um Gesagtes zu unterstreichen, werden Originalaufnahmen gezeigt und ebenfalls vereinzelt Zitate der Bandmitglieder eingeblendet. In diesen äußern sie ihre Gedanken über Rassismus und ihre Rolle als Künstler in der Bewegung.

So sagt Bassist Tim Commerford über seine politische Verpflichtung: „Songs zu schreiben, die etwas darüber aussagen, was gesellschaftlich und politisch vor sich geht, ist für uns keine Wahl. Es ist eine Verpflichtung. Ich will Musik als Waffe benutzen und anfangen, Narren zu vertreiben.“

Für den Gitarristen Tom Morello ist seine eigene Mutter eine großes Vorbild: „Meine Mutter [Mary Morello] ist eine weiße Frau mit einer radikalen Stimme. Drei Jahrzehnte lang war sie eine progressive Lehrerin an einer konservativen High School, die die Schüler dazu inspirierte, das System herauszufordern – mit ihren Taten und Worten hat sie immer gelehrt, dass Rassismus niemals ignoriert werden darf und immer konfrontiert werden muss.“

Über die Aufklärung von Jugendlichen

„Die Musik würde ohne die Politik nicht existieren“, sagt Schlagzeuger Brad Wilk. Er sieht es als seine Aufgabe an, mit seiner Musik der Jugend von heute die Augen zu öffnen: „Wenn wir eine Show spielen und es bei einem Kind im Publikum ,klick‘ macht – diese Veränderung, diesen Prozess des Selbstdenkens in Gang zu setzen – dann ist das die stärkste Wirkung, die Rage Against the Machine als Band haben kann.“

Das Titelbild für den Dokumentarfilm zeigt das berühmte Foto eines Mannes, der neben den Schädeln von etwa 1,5 Millionen Bisons steht. Die Tiere wurden geschlachtet, um den Kampf für die Unabhängigkeit der amerikanischen Ureinwohner zu beenden.

Sehen Sie sich hier die Dokumentation an:


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