Roger Waters: Kölner Arena sagt Konzert nicht ab


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Pink-Floyd-Mitgründer Roger Waters soll am 9. Mai 2023 in Köln auftreten. Wegen aktuellen Aussagen des Musikers wird dessen Vorhaben jedoch stark kritisiert: Waters fiel in diesem Jahr mit kruden Ansichten zur Schuldfrage im Ukrainekrieg und der Frage einer Verantwortung Israels an den Konflikten in Nahost auf.

In Köln appellierten deshalb mehrere jüdische Organisationen und Gemeinschaften an den Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher, das Konzert des von ihnen als „antisemitischen Hetzer“ bezeichneten 79-Jährigen abzusagen. Sie mahnten, der Auftritt gebe „explizit judenfeindlichen Äußerungen weiter Raum“ und unterlaufe „die Bemühungen von Politik und Gesellschaft, Extremismus und Antisemitismus einzudämmen“. Zudem sei bekannt, dass der Musiker „seine Auftritte zur Verbreitung seiner menschenfeindlichen und antisemitischen Haltung nutzt“.

Das Management der Arena erklärte, eine Absage liege „nicht in unserer Hand“. Eine Prüfung des Vertrages habe keine Gründe für die außerordentliche Kündigung der Absprache ergeben. Löcher will an dem Konzert festhalten, da bisher „keine strafrechtlich relevanten Vorkommnisse wie Tatbestände der Volksverhetzung oder ähnliche Vergehen“ vorliegen. Zudem will er sich an die vertraglichen Bedingungen erfüllen, insofern die Veranstaltung nicht „Gegenstand behördlicher Beschränkungen oder Verbote“ ist. Die Äußerungen von Waters finde er „persönlich sehr problematisch“. In diesem Punkt ist er sich mit dem Veranstalter FKP Scorpio einig. Das Unternehmen sagte bereits im Oktober: „Unsere Vertragsunterzeichnung und die damit verbundenen Verpflichtungen für die betreffenden Shows von Roger Waters fallen in eine Zeit, bevor der Künstler Aussagen getätigt hat oder wir Kenntnis über einzelne Statements hatten, die wir selbst problematisch finden und keinesfalls unsere eigenen Ansichten widerspiegeln.“ Man stehe zudem im Dialog mit dem Management, „das über den berechtigten Diskurs informiert ist“.

Roger Water hat weitere Konzerte in München, Berlin, Hamburg und Frankfurt angekündigt. In München gibt es ebenfalls Kritik an seinem Auftritt. Ein Sprecher des Olympiaparks erklärte: „Wir müssen uns im rechtlich vorgegebenen Rahmen bewegen und daher ist eine Absage ohne Schadensersatzforderungen nicht möglich. Wir zeigen allerdings Haltung mit einem Hinweis auf unserer Website und überlegen auch, wie wir das am Konzerttag tun können.“